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Vortragsvideo: Einführung von Shopfloor Management in einem mittelständischen Unternehmen (Teil 1 & 2)

Das Unternehmen Gebr. Jaeger hat Mitte 2015 die Produktion im Bereich „Abdichtungsmaterialien für die Bauindustrie“ neu organisiert. Im Rahmen der Umorganisation wurde die Produktion in 2 Bereiche aufgeteilt. Vor dem Hintergrund, dass Führung und Entscheidungsfindung näher am Ort der wertschöpfenden Aktivitäten stattfinden soll, um kontinuierlich die Leistungsfähigkeit zu verbessern, hat Gebr. Jaeger parallel dazu Shopfloor Management eingeführt.

Der Vortrag wird aufzeigen, was Shopfloor Management für Gebr. Jaeger bedeutet und wie bei der Einführung vorgegangen wurde. Was waren die Erwartungen und Ziele? Was die Herausforderungen? Welches sind die Erfolgsfaktoren und was sollte man lieber sein lassen? Welche Erfahrungen wurden während der Einführung gesammelt? Der Vortrag wird beschreiben, wie herausfordernd die Einführung von Shopfloor Management für die Geschäftsführung, die Führungskräfte und Mitarbeitenden ist, aber auch wie lohnenswert.

Shopfloor Management ist weit mehr als die Einführung bestimmter Methoden. Es beginnt in den Köpfen aller beteiligten Personen. Und das macht es zu einem spannenden Abenteuer.

Teil 1

Teil 2

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Ich packe meinen (5S) Koffer

Die Entscheidung ist gefallen, man hat sich durchgerungen: Die 5S Methode soll im Unternehmen eingeführt werden! Gerade um den Elan und die anfängliche Motivation zu nutzen, sollte nun möglichst schnell und unkompliziert an die praktische Umsetzung von Ordnung und Sauberkeit sowie der 5S Systematik gegangen werden. Um beginnen zu können, benötigen Sie nur wenige grundlegende und einfache Dinge! Oft lohnt es sich gerade zu Beginn erst einmal mit einfachen Hilfsmitteln und Markierungen zu beginnen, diese werden erfahrungsgemäß ohnehin im weiteren Verlauf der 5S Einführung noch oft verändert und angepasst. Erst zu einem späteren Projektstand können dann durchaus auch dauerhafte und hochwertige Markierungslösungen eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil der “einfacheren” 5S Starter-Koffer Lösung ist, das anfänglich benötigte Material kann jederzeit schnell und unkompliziert besorgt oder ersetzt werden.

In meinen 5S Koffer kommt…

Um Ihnen den Einstieg in die 5S Methode zu erleichtern, haben wir aus unseren best-practice Erfahrungen zum schnellen Start in die Umsetzungsphase bereits ein 5S Starter-Kit zusammengestellt. Die hier vorgestellte Stückliste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit (benötigte Einzelteile können je nach Einsatzzweck variieren), erspart Ihnen allerdings das mühsame Zusammensuchen aller im Internet vorhandener Informationen.

  • Kunststoff- oder Aluminiumkoffer in ausreichender Größe
  • Locher, zum Lochen sämtlicher hängender Hinweismarker, wie z.B. Karteikarten, etc.
  • Kugelschreiber, zum Erstellen von Notizen oder Bearbeiten von Checklisten vorort, etc.
  • Post-It Haftnotizen, zur Kennzeichnung oder Prozessabbildung in Workshops, Besprechungen, etc.
  • Schere, für das Zurechtschneiden der verschiedenen Materialien, Anpassen von Hinweismarkern an örtliche Gegebenheiten, etc.
  • Permanentmarker, in verschiedenen Farben, zum deutlichen Beschriften und Markieren von Hinweisen, etc.
  • Maßband, zum Bestimmen und Vermessen von Zonen, Bodenmarkierungen, Hinweisschildern, etc.
  • Teppichschniedemesser, Sicherheitsmesser (selbsteinziehend) für Zuschnitte von Bodenmarkierungen, etc.
  • Isolierband, in verschiedenen Farben, zum Kennzeichnen von Stellflächen (Paletten, Behälter) auf hellem Untergrund, Flächen als Winkel kennzeichnen, nur als vorläufige Kennzeichnung sinnvoll. Bei dauerhafter Kennzeichnung bodenabhängiges Material verwenden.
  • Doppelseitiges Klebeband, zum Verkleben von folierten oder laminierten Hinweisen an Wände, Maschinenteile oder Hallenboden, etc.
  • Krepp Klebeband, in verschiedenen Breiten, zum Kennzeichnen von Stellflächen (Paletten, Behälter) auf dunklem Untergrund, Flächen als Winkel kennzeichnen, nur als vorläufige Kennzeichnung sinnvoll. Bei dauerhafter Kennzeichnung bodenabhängiges Material verwenden.
  • Packschnur, zum Befestigen von Hinweismarkern, die nicht geklebt werden können. Schnur besser als Kabelbinder, diese sind in der Länge begrenzt.
  • Absperrband, Flatterband rot/weiss zur Kennzeichnung des Quarantänebereichs, etc.
  • Gefahrenband, Klebeband schwarz/gelb zur Kennzeichnung des Quarantänebereichs, etc.
  • Leckagekarten, weisse Karteikarten DIN A7 liniert, zur genauen Beschreibung und Aufnahme der Leckagehinweise, etc.
  • Klebe-Markierungspunkte, verschiedene Farben, ca. 18-19 mm, für Selektieraktionen oder Leckagehinweise, etc.
  • Checklisten, Formulare und Ablaufpläne, die den 5S Prozess unterstützen, wie z.B. Maßnahmenplan, Fortschrittsbeurteilung, Vorher-Nachher Dokumentation, etc.
  • (Leserhinweis): Digitalkammera, zur Dokumentation des 5S Prozesses, wo Photographieren mit eigenen Mobiltelefonen nicht gestattet ist, Kamera verbleibt in Abteilung!
  • (Leserhinweis): Einfaches Laminiergerät zum unkomplizierten Laminieren und sofortigen Anbringen von Hinweisschildern, laminierte Schilder haben längere Lebensdauer.

Haben Sie ebenfalls gute Ideen, was in einen 5S Koffer gehört? Schreiben Sie uns Ihre Vorschläge, gerne ergänzen wir die Auflistung um Ihren interessanten Vorschlag…

Einen fertigen 5S Koffer kaufen…

Eine Stückliste, Beschreibungen, Formulare sowie Vorlagen zum Ausdrucken stehen Ihnen hier vollständig und kostenlos zur Verfügung und können sofort bei der Umsetzung von 5S in Ihrem Unternehmen eingesetzt werden. Gerne können Sie auch einen unserer bereits konfektionierten 5S Starterkoffer ordern, diese werden je nach Verfügbarkeit umgehend versendet. Dies spart wertvolle Arbeitszeit für das Zusammensuchen und Erstellen der notwendigen 5S Hilfsmittel und Sie können sofort mit der Umsetzung von 5S in der Praxis starten. Zudem verwenden Sie bereits in der Praxis bewährte Tools und Formulare, diese werden von uns bereits in verschiedenen Unternehmen erfolgreich eingesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt. Für den 5S Starter-Koffer berechnen wir € 249.- zzgl. gesetzl. MwSt. (Reduzierter Preis i.H.v. € 199.- + MwSt. bei Teilnahme an einem unserer 5S Seminare).

Ich packe meinen (5S) Koffer 2

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What three words – Welche drei Worte?

Eine völlig neue Art der Navigation ist auf dem Vormarsch und tatsächlich auch schon in Praxiseinsatz bewährt – what3words! Sie macht Orte auffindbar, die mit herkömmlichen Navigationssystemen nicht auffindbar sind, weil sie entweder keine Adresse haben oder einfach zu klein sind. Stellen Sie sich vor, man kann plötzlich als Navigationsziel einen bestimmten Messestand, einen Werks- oder Halleneingang oder sogar das eigene Handtuch am Badesee bestimmen.

Wie funktioniert das?

what3words ist ein innovativer Ansatz zur Georeferenzierung von Standorten: über die gesamte Erdoberfläche wird ein Raster von 3 mal 3 Metern gelegt. Somit ist unsere Welt in ca. 57 Billionen kleiner Quadrate mit der Seitenlänge 3 Meter vollständig aufgeteilt; durch diese Rasterung werden auch Orte erfasst, die über keine konventionelle Adresse verfügen (Strasse, Hausnummer, PLZ, etc.) oder Adressen von großen Arealen werden auf ein 3 mal 3 Meter großes Feld konkretisiert (Wir treffen uns am Eiffelturm?!?). Jedes dieser Quadrate wird mit einer eindeutigen w3w-Adresse verknüpft, welche aus einer Kombination von drei einfachen Wörtern besteht.

w3w Adresse München

Kennen Sie den Biergarten am “Chinesischen Turm” in München? Die Parkanlagen des Englischen Gartens sind sehr weitläufig. Doch über dieses Navigationssystem lässt sich gar der Aufstellort eines einzelnen Tisches klar definieren.  So ist dann beispielsweise die w3w Adresse dieses bestimmten Tisches(!!!) dort die Wortkombination: “immer.endet.aufzüge”. Die Kombination ist stets eindeutig, da man für 57 Billionen Wortkombinationen lediglich ca. 40.000 verschiedener Worte benötigt. Nur zum Vergleich, der Deutsche Duden listet ca. 145.000 Wörter. Es gibt also genügend Ausdrücke, um jedem Ort einen eigenen Namen zu geben. Die Namen ergeben keinen Sinn und haben keinen Bezug zum ausgewählten Ort. Das System erlaubt zudem die Nutzung der eigenen Muttersprache, ist somit auch größtenteils auf deutsch verfügbar.

Wofür braucht man so ein System?

Durch GPS und zahlreiche Navigations- und Karten-Apps schient unsere Welt ein ganzes Stück kleiner und überschaubarer geworden zu sein, zumindest ist die Weltkugel sehr präzise vermessen. Trotzdem können konventionelle Adressen eine äußerst unpräzise Angabe sein. Bedenken Sie z.B. die Situation von Paketzustellern, die trotz genauer Strassenadresse nicht immer den richtigen Werks- oder Lieferanteneingang finden können. Auch dürfen wir nicht von unserer wohlgeordneten Welt als Standard ausgehen; viele Orte auf der Welt sind nicht mit Strassennamen versehen oder diese kommen mehrfach vor, entlegene und kaum bevölkerte Gebiete sind überhaupt nicht verzeichnet, etc. Genau hier kommen die Stärken dieses einfachen Systems voll zur Geltung. what3words ist aber nicht dafür gedacht die konventionelle Navigation zu ersetzen, das System ist vielmehr dafür gedacht in Kombination mit Postleitzahlen, Strassenanamen und Hausnummern die Navigation zu vereinfachen und viel präziser zu gestalten. Weiterhin besteht auch ein Nachteil darin, daß man die Zieladresse, also die Wortkombination bereits kennen muss. Eine spontane Navigation mit drei Worten ist also noch nicht möglich.

Was sind die praktischen Anwendungsmöglichkeiten?

  • Bereits einige Staaten haben dieses System in Ihr Postwesen integriert, darunter Nigeria, Dschibuti, die Elfenbeinküste, die Mongolei, etc.
  • Speditionen verwenden das System um in weitläufigen Industriearealen die genauen Abladeorte zu bestimmen.
  • Das System hält Einzug in die Autonavigation und präzisiert dort die herkömmlichen Navigationssysteme.

Was denken Sie, könnten in Zukunft weitere praktische Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie sein? Könnten einzelne Palettenstellplätze einfach und präzise bestimmt werden? Baut man Großparkplätze entsprechend diesem Raster könnte eine präzise Stellplatznavigation das Auffinden von Fahrzeugen erleichtern? Wo wurde Baumaterial auf einer Großbaustelle genau abgeladen oder wo soll der Kranfahrer danach suchen? Schreiben Sie uns Ihre Ideen, gerne nehmen wir diese hier auf.

Zum Beispiel können dank der Integration von what3words ab sofort bereits deutlich mehr als 100.000 Kunden von DB Schenker über das Online-Portal eSchenker ihre Abhol- und Lieferorte durch die Dreiwortadresse online buchen und ermöglichen so eine präzisere und effizientere Zustellung.

 

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Effektivere Kommunikation durch “smartwatch”

aucobo smartwatch

Auf der Suche nach neuen innovativen und agilen Lösungen sind wir in Kontakt zu einem jungen Start-Up Unternehmen aus Stuttgart gekommen. Das Team um Michael Reutter und Benjamin Schaich von der aucobo GmbH hat sich eine angesagte Technologie aus dem Bereich Unterhaltung und Lifestyle vorgenommen und diese mit vielen praktischen und vor allem effektiven Funktionen neu konzipiert. Die “smartwatch” von aucobo stellt eine vorteilhafte Möglichkeit der Maschinenüberwachung und Verkürzung von Reaktionszeiten dar.

Neben dem Einsatz in Produktion, Logistik oder Wartung ergeben sich durchaus weitere denkbare Vorteile im praktischen Einsatz auch in vielen anderen Unternehmensbereichen. So gewährleistete der Einsatz von “smartwatches” einen hohen Grad an Eigenorganisation der Mitarbeiter und eine bedarfsgerechte Informationsverteilung (agile Produktion); wichtige Informationen werden klar und ohne Reizüberflutung sofort und mobil an die richtige Person übermittelt (kein Medienbruch). Ein nicht zu unterschätzender und wesentlicher Vorteil gegenüber anderen mobilen Lösungen ist die Tatsache, daß dabei die Hände zum Arbeiten frei bleiben!

Auf den ersten Blick ergeben sich schon zahlreiche Anwendungsfälle in der Praxis:

  • Maschinen informieren über Zustände, Fehlermeldungen sowie Aufgaben und ermöglichen Mehrmaschinenbedienung durch effektive Selbstorganisation in der Produktion (SMED).
  • Wartungs- und Instandhaltungsmeldungen erfoglen direkt vom ERP, von Maschinen oder Mitarbeitern und werden zuverlässig verteilt.
  • Erinnerung an Wartungsaufträge, etc.
  • Informationsverteilung für reaktive und geplante Instandhaltung nach Priorisierung (TPM).
  • Pickanweisungen und Liefermeldungen direkt aufs Handgelenk mit  Bestätigungs- und Rückmeldefunktionen; Abstimmung und Anfragen an die passenden Logistiker.
  • Dringende Logistikanfragen werden sofort erhalten.
  • Unmittelaber Rückmeldung und Korrektur von Fehlbeständen.
  • etc.

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Download: Checkliste für Verschwendung

Alle sprechen davon Verschwendung und Leerlauf zu vermeiden und zu reduzieren. Doch was genau ist Verschwendung und wie erkennt man Sie im routinierten Tagesablauf? Als kleine Hilfe stellen wir Ihnen hier gerne eine Checkliste mit den häufigsten Ursachen für Verschwendung zur Verfügung. Wir hoffen diese Auflistung der häufigsten in der Praxis vorkommenden Problemfälle hilft Ihnen gegen Verschwendung in Ihrem Unternehmen anzugehen, viel wichtiger aber auch um bei Ihren Mitarbeitern den Blick für vielleicht auch nicht ganz so offensichtliche Verschwendung zu schärfen.

Die Auflistung geht ein wenig über die klassischen 7 Verschwendungsarten nach dem TIMWOOD Modell hinaus und erhebt sicher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielleicht haben Sie ja eine gute Idee, die Sie gerne mit allen teilen möchten? Gerne aktualisieren wir die Liste und nehmen wir Ihre guten Vorschläge dann mit auf.


Checkliste Verschwendung 10-18

Download:

Checkliste Verschwendungsarten PDF

Checklsite Verschwendungsarten DOC

 

Sämtliche hier angebotenen Formulare und Tabellen stehen Ihnen für Ihre internen KVP und Lean Workshops und Projekte zur Verfügung, dürfen jedoch in keiner Weise für kommerzielle Zwecke in offenen Schulungen und Weiterbildungsangeboten verwendet werden. (Gerne stellen wir Ihnen auch Dateien im veränderbaren MS Word Format zur Verfügung, kontaktieren Sie uns einfach über das Anfrageformular)

Weitere informationen zu den Verschwendungsarten, der 5S Methode oder dem Lean Management erhalten Sie auf unserer Webseite oder in unseren Schulungen:

5S Methode / 5S Basiswissen

Lean Management Basiswissen

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Verbesserungs- vorschläge prämieren?

Beschäftigen sich Unternehmen mit KVP ist häufig eine der ersten getroffenen Maßnahmen die Einführung eins betrieblichen Vorschlagswesens (BVW). Als naheliegende Ausprägung eines gewünschten Verbesserungsprozesses ist per se dagegen auch nichts einzuwenden, die Unterschiede zwischen der “kleinen” Lösung und der großen KVP Inititaive liegen offen auf der Hand. Beim Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) ist die Ideenfindung relativ stark strukturiert: Die Mitarbeiter arbeiten in Teams, die durch eine Teamleitung moderiert werden. Die einzelnen Schritte und Abläufe folgen einem bestimmten Muster (PDCA). Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) dagegen zeichnet sich durch spontane Ideenfindung aus. Ein klassisches Beispiel, daß i.d.R. auch immer als eine der ersten Maßnahmen umgesetzt wird, ist der Ideenbriefkasten, in den Mitarbeiter jederzeit Verbesserungsvorschläge zu jeglichen Aspekten des Unternehmens einwerfen können. Typischerweise werden gute Vorschläge mit Sach- oder Geldprämien belohnt. Und genau hier scheiden sich auch schon die Geister:

Prämierung, ja oder nein?

Oft wird uns die Frage gestellt, ob im Rahmen des BVW die Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern in irgendeiner Form überhaupt prämiert werden sollen? Und wenn ja, wie hoch soll eine Prämie ausfallen? Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es sicher nicht und die offen zutage tretenden Meinungen decken hier das gesammte Spektrum ab. Es finden sich in der Praxis zahlreiche Verfahrensweisen, von überpositiven Standpunkten, bei denen jeder ernstgemeinte Vorschlag, wenn auch nur symbolisch, bereits direkt prämiert oder zumindest am Jahresende im Losverfahren berücksichtigt wird, bis hin zu einer strikten Verweigerungshaltung, bei der Unternehmen eine Belohnung gänzlich verweigern mit dem Hinweis, die Mitarbeiter würden ja bereits für das Mitdenken ordentlich bezahlt. Hier muss jeder Unternehmer und jede Betriebsführung ihren eigenen Standpunkt finden und mit deutlichen Argumenten festigen. Viel entscheidender für die Beantwortung der oben gestellten Frage ist jedoch ein anderer wichtiger Aspekt: wie sehr steht die Führungsebene hinter dieser Maßnahme und wieviel Potential wird den Ideen der Mitarbeiter zugetraut? Dafür gilt es die Vor- und Nachteile eines BVW abzuwägen:

Vorteile des BVW:

  1. Motivation der Mitarbeiter, diese können mit Ihren Ideen aktiv Veränderungsprozesse im Unternehmen anregen und ihren eigenen Arbeitsplatz mitgestalten.
  2. Nutzung wichtiger Ressourcen der Mitarbeiter bei geringen Kosten, diese sind die absoluten Fachleute in ihrem Arbeitsbereich und kennen die Probleme genau.
  3. Kreatives Potential aller Mitarbeiter wird genutzt und nicht nur die dafür eingesetzten Entwicklerteams.
  4. Methoden und Maßnahmen zum BVW (zum Beispiel ein Wettbewerb) sind firmenintern sehr einfach und ohne großen Aufwand bekannt zu machen, häufig genügt eine Email an alle Mitarbeiter.
  5. Wenn Gruppen über ihre Ideen diskutieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten, wird der Zusammenhalt im Unternehmen gefördert.
  6. Die Bindung und Treue ans Unternehmen wird gestärkt. Denn durch betriebliches Vorschlagswesen bekommen Angestellte das Gefühl, direkt zum Erfolg des Unternehmens beizutragen. Zudem fühlen sie, dass sie ein wichtiger Teil eines großen Ganzen sind.

Nachteile des BVW:

  1. Mitarbeiter sind vorgeprägt von den bisherigen Abläufen und Vorstellungen eines Unternehmens, betreibsblind. Wirklich kreativ und innovativ zu denken, ist für sie viel schwieriger als für Außenstehende.
  2. Beim Betrieblichen Vorschlagswesen bringen weniger Menschen ihre Ideen ein als bei offenen und geführten Innovationsinitiativen.
  3. Externe Perspektiven, wie etwa die Sichtweise der Kunden, können durch BVW nur indirekt berücksichtigt werden.
  4. Da sicher nicht alle Ideen wirklich umgesetzt werden können, kommt es zwangsläufig zu Enttäuschungen.
  5. Ein funktionaler Bewertungs- und Umsetzungsprozess muss etabliert und auch fehlerfrei durchgeführt werden.

Entscheidet man sich ob der Vor- und Nachteile eines BVW für dessen Einführung im Unternehmen, muss man ehrlicherweise auch die Frage stellen, ob die Aussicht auf eine Prämie die Beteiligung der Mitarbeiter am Vorschlagswesen erhöht oder ob die Verweigerung der Prämie das Vorschlagswesen nicht schon im Keim erstickt? Nicht zu vergessen gibt es rechtlich gesehen unter bestimmten Bedingungen sogar einen Anspruch auf eine Prämie, wenn der Vorschlag auch tatsächlich umgesetzt wird. Aus der Praxis lässt sich berichten, daß bei allen gut funktionierenden betrieblichen Vorschlagswesen auch eine differenzierte Prämienregelung im Hintergrund besteht. Man darf sich der herrschenden Meinung nicht verschließen, Geld sei einer der schlechtesten Motivationsfaktoren überhaupt. Allerdings gebe ich immer gerne zu bedenken, daß durchschnittlich über 75% aller Verbesserungsvorschläge aus der Produktion kommen. Lässt sich also bei einem Entwicklungsingenieur noch darüber streiten, ob Verbesserung nicht zu seiner Stellenbeschreibung dazugehört, so ist in einem viel niedrigeren Lohnbereich auch schon eine kleine finazielle zuwendung seitens des Arbeitgebers, eine große und spürbare Geste. Viel wichtiger jedoch als die Prämiendiskussion ist die Etablierung eines gut durchdachten Ablaufs und Bewertungsprozesses; hier können kapitale Fehler gemacht werden, die sämtliche Bemühungen zum Scheitern verurteilen.

Ablauf und Bewertungsprozess

Den verantwortlichen Führungskräften muss von Anfang an klar sein, daß der Bereich des betrieblichen Vorschlagswesens ebenfalls ein ernormes Potential in sich birgt um unverzeiliche Fehler zu begehen und somit die Motivation der Mitarbeiter gänzlich zunichte zu machen. Nichts ist frustrierender und enttäuschender, wenn die eigenen Ideen und Verbesserungsbemühungen nicht anerkannt werden, durch fadenscheinige Erklärungen abgelehnt werden oder ewig in Bewertungsdiskussionen ohne Entscheidung verharren. Hier gilt es sofort einen Prozess festzulegen, der mäglichst folgenden Grundsätzen entspricht:

Grundsätze des Bewertungsprozesses:

  1. Einfacher Zugang für alle Mitarbeiter
  2. Schnelle Bearbeitung und offene Kommunikatioen
  3. Faire Bewertung der eingereichten Ideen
  4. Transparente Prämienregelung
  5. Anerkennung und Honorierung auch über die finanzielle Zuwendung hinaus
  6. Etablierung einer wohlwollenden Verbesserungskultur

Wird ein “Verbesserungsvorschlagswesen” unter Einhaltung der o.g. Kriterien durchgeführt, so kann dies dauerhaft und nachhaltig zu großen Erfolgen führen. Die Mitarbeiter dürfen selbstverständlich nicht unter Druck gesetzt werden oder für schlechte Vorschläge gemaßregelt oder kritisiert werden. Nur so lässt sich eine hohe Beteiligung und Motivation einer breiten Schicht der Mitarbeiter dauerhaft sicherstellen. Allerdings zeichnet die Situation in der Praxis oftmals ein ganz anderes Bild auf! Häufig fehlt es schon von Beginn an an festgelegten Bewertungsprozessen, es sind keine Zuständigkeiten festgelegt, eine offene Kommunikation findet nicht statt. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine bahnbrechende Idee und wollen “ihr” Unternehmen damit weit nach vorne bringen, reichen voller Vorfreude Ihren Verbesserungsvorschlag ein und warten nun ab, was passiert. Lange Zeit erst einmal überhaupt nichts! Niemand weiß bescheid, niemand ist zuständig, der Meister kritisiert sogar offen Ihren Vorschlag. Auf wiederholtes Nachfragen erhalten Sie dann eine Ablehnung mit einer Begründung, die weder Sie noch Ihre Kollegen nachvollziehen können. Dank oder gar eine Prämie erhalten Sie nicht, dafür wird “Ihre” Idee wenige Monate später durch das Unternehmen “von oben” eingeführt. Diese Abläufe garantieren, daß mit absoluter Sicherheit keiner der Mitarbeiter im Unternehmen sich mehr Gedanken zu irgendwelchen Verbesserungen machen wird!

Fazit

Die Ideen der Mitarbeiter sind eine wertvolle Ressource, die es nicht zu verschwenden gilt! In jedem anderen Bereich machen wir uns Gedanken über Verschwendung, ob Wege zu weit sind oder zu oft gegangen werden, ob Materialüberschuss herrscht, ob Suchzeiten zu lang sind oder ob alle Arbeitsplätze aufgeräumt und nach 5S Kriterien aufgestellt sind. Ein immer wichtiger werdender Bereich der humanen Ressourcen fristet dabei in vielen Unternehmen leider immer noch ein stiefmütterliches Dasein im Abseitz. Eine bessere, loyalere und kostengünstigere Konglomeration von geballter Fachkompetenz als das eigene hochspezialisierte Team aus eben jener Abteilung ist kaum zu finden und wenn doch, ist dieses externe Fachwissen teuer einzukaufen. Wollen wir ein funktionierendes Vorschlagswesen, so wird man unmöglich an einem funktionierenden Bewertungsprozess sicher aber auch nicht an einem angemessenen Prämienmodell vorbei kommen. Viele Unternehmen halten die Zahlung von Prämien für Verbesserungsvorschläge für falsch. Um eine Verbesserungskultur zu etablieren ist es wichtig, das Einbringen von Vorschlägen zur Selbstverständlichkeit, zur Verbesserungskultur zu machen und daher nicht zu prämieren. Betrachtet man allerdings von wo die meisten Vorschläge kommen, so wird man dem einfachen Werker in der Produktion eine angemessene Belohnung kaum verweigern können. Dabei ist festzuhalten, dass die Anerkennung und Wertschätzung der Leistung oftmals sogar wichtiger ist als materielle Belohnungen.

Argumente für eine Prämienregelung:
  • Motivation der Mitarbeiter
  • Faire Behandlung der Mitarbeiter
  • Mitarbeiter machen sich auch Gedanken über Probleme, die nicht zu Ihren Kernaufgaben gehören
  • Ausdruck der Wertschätzung des Unternehmens
  • Beteiligung an der Einsparung
Argumente gegen eine Prämienregelung:
  • Steht der Etablierung einer Verbesserungskultur entgegen
  • Wird von Mitarbeitern erwartet, ist Bestandteil von Stellenbeschreibung und Arbeitsvertrag
Ausgestaltung der Prämienregelung:
  • Geldleistungen je nach Verbesserungsvorschlag
  • Gutscheine (Tankstelle, Amazon, Restaurant,…)
  • Losverfahren und/oder Tombola am Jahresende
  • keine Prämie, dafür werden aber alle Vorschläge sofort umgesetzt und geprüft
  • Beteiligung an der Einsparung
Ablauf und Bewertungsprozess:
  • Ideenbriefkasten, Intranet, Software, Tools zum Ideenmanagement,…
  • Festes Bewertungsgremium
  • Bewertungsgremium je nach Fachbereich
  • Bewertung nach Kriterien, wie z. B. die Kreativität der Idee, der Umsetzungsgrad des Vorschlags und die Nähe zum Aufgabengebiet des Einreichers

 

Wie ist Ihre Meinung zum betrieblichen Vorschlagswesen? Haben Sie andere Erfahrungen, Anregungen, Kommentare? Schreiben Sie uns, gerne erweitern wir diesen Beitrag durch Ihre Beispiele.

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Die sieben Verschwendungsarten – Anhand der Filmbeispiele erklärt

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Verschwendung in der Produktion?

Am Beispiel eines Familienvaters der für seine von der Schule heimkehrenden Kinder das Mittagessen bereitet, werden die sieben Verschwendungsarten in der Produktion an einem alltäglichen Beispiel Praxisnah dargestellt. Dieser Film ist ein Ausschnitt aus einer fünfteiligen, umfassenden Darstellung der sieben Verschwendungsarten.

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Die sieben Verschwendungsarten – Erklärung der sieben Verschwendungsarten

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Verschwendung in der Produktion?

Am Beispiel eines Familienvaters der für seine von der Schule heimkehrenden Kinder das Mittagessen bereitet, werden die sieben Verschwendungsarten in der Produktion an einem alltäglichen Beispiel Praxisnah dargestellt. Dieser Film ist ein Ausschnitt aus einer fünfteiligen, umfassenden Darstellung der sieben Verschwendungsarten.

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Die sieben Verschwendungsarten

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Verschwendung in der Produktion?

Am Beispiel eines Familienvaters der für seine von der Schule heimkehrenden Kinder das Mittagessen bereitet, werden die sieben Verschwendungsarten in der Produktion an einem alltäglichen Beispiel Praxisnah dargestellt.  Dieser Film ist ein Ausschnitt aus einer fünfteiligen, umfassenden Darstellung der sieben Verschwendungsarten.