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Der 5S Zyklus

Der 5S-Zyklus

Die 5S Methode zählt zu den Grundlagen jeglicher Lean Management Bemühungen und stellt durch seine verschiedenen Schritte ein systematisches Vorgehen zur Optimierung des Arbeitsumfelds dar. Durch nachhaltige Ordnung und Sauberkeit in möglichst allen Breichen des Unternehmens verbessert die 5S Methode in den meisten Fällen nicht nur signifikant die Produktivität, sondern hat auch zum Ziel, die Sicherheit und die Qualität des Arbeitsumfelds zu erhöhen.

Das systematische Vorgehen gliedert sich in fünf wesentliche und namensgebende Teilschritte, welche auch im Deutschen nach der Übersetzung aus dem Japanischen mit dem Anfangsbuchstaben “S” beginnen: Die 5S Methode.

1. Sortieren

  • Kennzeichnen aller möglicherweise unnötigen Gegenstände im Arbeitsumfeld
  • Ausortieren aller Materialien, welche nicht bei der täglichen Arbeit benötigt werden

2. Systematisieren

  • Alle benötigten Gegenstände und Materialien erhalten einen festen Platz, dieser ist gekennzeichnet

3. Säubern

  • Das Arbeitsumfeld wird gründlich gereinigt um verdeckte Schäden an Maschinen offenzulegen
  • Durch das Reinigen wird oft schon die Produktion und die Arbeitssicherheit positiv beeinflusst

4. Standardisieren

  • Etablierung von Standards für die ersten drei Schritte zur Erhaltung des Zustands und Ausweitung in andere Bereiche

5. Selbstdisziplin erhalten

  • Integration von 5S in laufende Prozesse und das Tagesgeschäft
  • Einbindung aller Mitarbeiter in die definierten Standards und Abläufe
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Schwarmintelligenz in der FMEA nutzen!

Wir neigen dazu, Tieren menschliche Wesenszüge, Emotionen und sogar Intelligenz zuzuschreiben. Vor allem Letzteres, wenn wir die perfekt sechseckig ausgebauten Honigwaben von Bienen betrachten, Ameisenstrassen folgen oder hochkomplex angelegte Insektenkolonien inklusive Klimaanlage bestaunen dürfen. Aber da täuschen wir uns: Bienen, Ameisen und andere schwarm- oder kolonienbildenden Tiere sind gar keine smarten kleinen Ingenieure, Architekten oder Strategen – zumindest nicht als Einzelwesen! Wenn zu entscheiden ist, was als Nächstes getan werden muss, hat das Individuum gar nicht so viel Ahnung. Aber wie ist dann der große evolutionäre Erfolg von Biene, Ameise und Co. zu erklären? Immerhin bevölkern sie die Erde schon seit Jahrmillionen in unzähligen verschiedenen Arten.

Eine Erklärung könte darin liegen: Schließen sich viele dieser Individuen beispielsweise zu einer Ameisenkolonie zusammen, so entsteht scheinbar ein neues, überragendes und alles lenkendes Bewußtsein. Dies bringen die Biologen trefflich auf den Punkt:”Ameisen sind nicht clever, Ameisenkolonien schon!”.

Eine Kolonie findet Problemlösungen, die für einzelne Ameisen undenkbar wären. Die Kolonie nutzt den kürzesten Weg zur besten Futterquelle, verteilt Aufgaben an die Arbeiterinnen, verteidigt das Revier. Als Individuen sind Ameisen völlig hilflos, aber als Kolonie reagieren sie schnell und effizient auf ihre Umwelt. Die Fähigkeit dazu nennt man kollektive Intelligenz oder Schwarmintelligenz.

Kollektive- oder Schwarmintelligenz

Hierbei handelt es sich um ein Phänomen, bei dem Gruppen von Individuen durch Zusammenarbeit intelligente Entscheidungen treffen können, und daß unabhängig von der Intelligenz des einzelnen Mitglieds. Diesen Gruppen gemeinsam ist oft eine dezentrale und nicht-hierarchisch organisierte Entscheidungsstruktur.

Kann uns dieses Phänomen beispielsweise auch in der FMEA weiterhelfen? Findet sich auch für die FMEA eine Inspiration in der Natur, wo Tausende von Ameisen oder Termiten erstaunliche Dinge zustande bringen? Gerade eine ausführliche FMEA besteht aus vielen verschiedenen Einzelelementen, komplexen Zusammenhängen und wird durch viele Individuen erstellt. Um hier erneut den Grundsatz der Schwarmintelligenz zu bemühen, die FMEA als Ganzes ist sicherlich mehr als die Summe Ihrer Teile!

Schwarmintelligenz in der FMEA

Doch inwieweit lässt sich dieses Phänomen auf die FMEA übertragen? Schauen wir uns einmal die Spalten im FMEA Formblatt an. Schnell fällt auf, daß der Input der verschiedenen Felder von verschiednenen Personen mit jeweils verschiedenen Funktionen und Aufgaben kommt.

Allein schon aus dieser groben Übersicht geht eine Zusammenarbeit zwischen Projektleitern, QM-Verantwortlichen, Bauteil- und Prozessverantwortlichen, Mitarbeitern aus der Arbeitsvorbereitung sowie den Testabteilungen hervor. Individuen verschiedener Fachabteilungen mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen sollen zu hochkomplexen Sachverhalten zusammenarbeiten. Wie oft das in der Praxis schiefgeht und nicht den gewünschten Erfolg bringt, wissen wir alle. Doch wie schafft man es, in diese zähen und von Kontroversen durchsetzten FMEA Erstellungen und Moderationen eine zügige und effektive Zusammenarbeit auf Basis von Grundzügen der Schwarmintelligenz zu etablieren?

Ein möglicher Ansatz könnte sein, die FMEA Teammitglieder dazu zu bringen, nicht bereits mit einer vorgefassten Meinung zu den Sitzungen zu erscheinen, nicht nur das zu hören, was sie wollen und andere zur Zustimmung zu drängen. Erinnern Sie sich an intensive Diskussionen zur Festlegung der Bedeutungszahl für eine RPZ? Bitten Sie das nächste Mal Ihre Mitarbeiter alle Möglichkeiten zu benennen, eine Zeit lang mit allen Ideen zu spielen – und dann geheim abzustimmen. Das Team nimmt sich so ausreichend Zeit alle Aspekte zu diskutieren, und am Ende setzt sich die besten Lösung durch. Das ist das Reizvolle an der Schwarmintelligenz: Egal, ob bei Ameisen, Bienen oder FMEA Teams, immer addieren sich Aspekte individuellen Verhaltens in der Gruppe – dezentrale Lenkung, Reaktion auf Nachbarn, einfache Regeln – zu einer smarten Strategie, die hilft, komplexe Situationen zu bewältigen.

 

 

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Rom wurde auch nicht an einem Tage erbaut!

Die bekannte und oft zitierte Redewendung: “Rom wurde auch nicht an einem Tage erbaut!”, wird immer gerne genutzt, um auszudrücken, dass bedeutende Dinge Zeit brauchen und nicht auf die Schnelle entstehen können. Auch heute verweisen wir immer noch gerne auf Rom, wenn wir sagen wollen, dass wir ausreichend Zeit für unsere Aufgaben brauchen, da dessen Entstehungsprozess seinerzeit auch sehr lange dauerte. Rom ist heiß, modisch, vital und künstlerisch begabt. So vielfältig, so wundersam kann kein Mensch, sondern nur Italiens Hauptstadt sein. Sehen wir uns das moderne Rom genauer an, dann erkennen wir selbst heute noch ständige Veränderung und stete Verbesserung.

Was bedeutet das im Bezug auf die FMEA?

Richtig angewendet, sammelt, strukturiert, hinterfragt und bewertet eine qualitativ hochwertige und detailliert ausgeführte FMEA das nahezu vollständige Unternehmenswissen, bezogen auf die Systeme, Produkte und Prozesse. Schon in dieser Ausführung klingt dies nach einer kaum lösbaren Sysiphusaufgabe, die der Duden als eine “ertraglose und dabei schwere Tätigkeit ohne absehbares Ende” sieht. Es wäre doch vermessen anzunehmen, dass es möglich sei, eine hinreichend ausführliche FMEA, oder noch besser ausgedrückt, eine vollständige FMEA in wenigen Tagen zu erstellen.

“Für viele beteiligte an der Erstellung einer FMEA ist nicht klar, dass auch die modernste Software es nicht schaffen kann, das Wissen über Systeme, Produkte und Prozesse in wenigen Tagen zu sammeln.”

Was können wir aus der Redewendung “Rom wurde auch nicht an einem Tage gebaut!” lernen?

Eine moderne und lebende FMEA braucht:

  • vereinbarte Ziele
  • zugewiesene Verantwortlichkeiten
  • eine offene Fehlerkultur
  • ein gutes Team, bestehend aus guten und modernen Koordinatoren, Moderatoren, Architekten und Wissensträgern der Systeme, Produkte, Prozesse und deren Maschinen sowie deren Werkzeugen
  • anerkannte Regeln für die Zusammenarbeit
  • eine gute und moderne FMEA Software
  • Basis- und Familien-FMEA sowie ein gutes Variantenmanagement
  • ausreichend Zeit im Aufbau
  • eine regelmäßige Verbesserung der Inhalte und Überarbeitung nach Problemen und Verbesserungen (KVP)
  • einen agilen Ansatz, Agilität
  • einen implementierten “Lessons learned” Prozess

 

 

 

 

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Bewertung in der FMEA: AP Logik statt RPZ

Die meisten bisherigen Bewertungsansätze der FMEA-Methode folgten dem Konzept, eine sogenannte Risikoprioritätszahl (RPZ) [mehr] für die Priorisierung von Risiken zu verwenden. Jedoch lieferten sie keine Begründung oder Logik dafür, wie dies auf Basis der zahlreichen möglichen Kombinationen von B, A, E und der RPZ erfolgen sollte. Unsinnige oder auch zum Teil sehr gefährliche Kombinationen sind bei vergleichsweise geringer Risikopriorisierung hier durchaus möglich.

Das eigentliche Ziel der RPZ, nämlich Prioritäten für notwendige Maßnahmen abzuleiten, stellt sich in der Realität manchmal als nicht zielführend heraus. Es kann durchaus vorkommen, dass trotz einer niedrigen RPZ hohe Einzelwerte in den Bereichen B, A oder E Maßnahmen erforderlich machen. Eine Beurteilung von Risikopotentialen ausschließlich anhand der RPZ war in der Vergangenheit somit immer mit einer Unschärfe versehen.

Beispiel:

Eine RPZ von z.B. 80 kann durch sehr unterschiedliche Werte der einzelnen Kennzahlen entstanden sein:

Ist ein Fehler mit einer Bedeutung von B=10, einer eher geringen Auftretenswahrscheinlichkeit von A=2 und einer kaum möglichen Entdeckung von E=4 tatsächlich von der Priorität als gleichwertig anzusehen wie ein Fehler, bei dem die Bedeutung lediglich bei B=4 liegt, der jedoch kaum auftritt (A=2) aber fast nicht entdeckt werden kann (E=10)? Somit sollten in jedem Fall endgültige Entscheidungen über entsprechend einzuleitende Maßnahmen nicht nur der RPZ überlassen werden sondern zusätzlich auch nach dem gesunden Menschenverstand bzw. als Ergebnis der Teamdiskussion festgelegt werden.

Aufgabenpriorität (AP) der D-FMEA

Mit der Harmonisierung der FMEA Handbücher des VDA und der AIAG kommt nun in diesem Zusammenhang ein neues Konzept zum Tragen. Die Priorisierung erfolgt nun nach einer Logik der Aufgabenprioritäten (AP-Logik). Die AP-Tabelle bildet ebenfalls alle 1000 bisher möglichen Kombinationen von B, A und E ab. Sie beinhaltet dabei eine logisch aufgebaute Erklärung für jede Aufgabenpriorität. Aufgaben können aufgrund individueller Bewertungen der einzelnen Werte von B, A, und E und deren Kombinationen priorisiert werden. Ein Handlungsbedarf kann dadurch viel genauer und auch sicherer festgelegt werden.

Die in den bisherigen FMEA-Ansätzen fehlenden Begründungen bzw. Logikdetails liegen ausgearbeitet vor und können in einer einzigen Tabelle zusamengefasst werden. D.h. Unternehmen können ein einziges standardisiertes System zur Auswertung von Aufgabenprioritäten verwenden, anstatt unterschiedlichen Bewertungsansätzen und Bewertungsanforderungen seitens der Kunden folge zu leisten.

Nach wie vor steht es Unternehmen in vielen Bereichen frei, die verwendeten Bewertungsmaßstäbe für Ihre jeweiligen spezifischen Produkte oder Prozesse anzupassen. Sollten die Bewertungsmaßstäbe für B, A und E allerdings tatsächlich individualisiert und angepasst werden, so wird zwangsläufig auch mindestens eine genaue Überprüfung wenn nich auch Anpassung der AP-Logiktabelle notwendig sein.

Die aktuell vorliegenden Bewertungstabellen für D-FMEA, P-FMEA und FMEA-MSR sind verschieden, so unterscheiden sich folglich auch die drei AP-Logiktabellen.

Beispiel aus der D-FMEA:

Hinweise:
  • Wird eine Bedeutung der Fehlerfolgen von 9-10 und die Aufgabenpriorität Hoch bzw. Mittel festgelegt, sollte spätestens dann eine Überprüfung durch das Management erfolgen, inkl. festgelegter Maßnahmen.
  • Die Aufgabenprioritäten dienen nicht zur Priorisierung eines hohen, mittleren oder geringen Risikos, sondern zur Priorisierung der Notwendigkeit von Maßnahmen, um das Risiko zu reduzieren.
  • Werden keine Maßnahmen als erforderlich angesehen, muss mindestens die Feststellung: “Keine weitere Maßnahme erforderlich”, eingetragen werden.
  • Einen Link zu den vollständigen Bewertungs- und Logiktabellen finden Sie auf der rechten Seite.

 

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Agile FMEA Erstellung

Einleitung

Wie eine exzentrische Modeerscheinung wird der Begriff “agil” seit einiger Zeit furchtbar überbeansprucht und dient in so ziemlich jedem Zusammenhang als Worthülse und Phrase in seiner missbräuchlichsten Form (buzzword). Der Wunsch nach agilen Unternehmen, Agilität und agilem Arbeiten sind allgegenwärtig, und doch wissen wir alle: ganz schön agil ist meist nur die eigene Großmutter! Steckt aber in dieser ausgeleierten Triebfeder nicht doch nur der berechtigte Wunsch nach besseren und effektiveren Abläufen in den verschiedensten Unternehmensbereichen und Projekten? Was genau heißt “agil” und vor allem, was bedeutet “agil” im Kontext von Unternehmen und der Methode FMEA? Ist “agil” in diesem Zusammenhang doch nicht nur ein falsch verwendetes und missbrauchtes “buzzword”?

Definition Agilität & FMEA

Agilität in diesem Zusammenhang bedeutet, im Produktentstehungsprozess, früh (10er Regel) und kontinuierlich (KVP) produktiv nutzbare, qualitativ hochwertige Ergebnisse in Form der FMEA zu liefern.

“…die Fähigkeit der Informationsfunktion eines Unternehmens, Vorbereitungen zu treffen, um auf wechselnde Kapazitätsansprüche sowie veränderte funktionale Anforderungen sehr schnell, möglichst in Echtzeit, zu reagieren sowie die Möglichkeiten der Informationstechnologie derart nutzen zu können, dass der fachliche Spielraum des Unternehmens erweitert oder sogar neu gestaltet werden kann.”1

Warum agil in der FMEA arbeiten?

Es herrscht Einigkeit darüber, dass Agilität Transparenz schafft und vor allem durch eine Aufgabenteilung und durch effektive FMEA Sprints (Vorbereitung einer FMEA) eine für jeden spürbar geringere Arbeitsbelastung beim erstellen von Basis- & Familien FMEA´s. Der individuelle Stress wird damit gesenkt, die Entscheidungsfähigkeit in der Organisation beschleunigt, die Motivation der Mitarbeiter durch größere Mitverantwortung erhöht, und letztlich wird auch der Kunde schneller und mit häufig besseren Ergebnissen aus der FMEA zufriedengestellt.

Ein weiter wichtiger Aspekt sind die Anforderungen die an die FMEA gestellt werden, wie Sie genau aussehen muss, wie man ganz genau vorgeht. In FMEA Sprints (Vorbereitung einer FMEA) wird das Team aufgeteilt und jeder kümmert sich um den Teil des Wissen für Basis- & Familien FMEA´s.

Agil + Klassisch  = Hybrid

Agile FMEA (FMEA Sprints) + Klassische FMEA Moderation = Hybrid FMEA

Was zeichnet eine “Agile FMEA Vorbereitung & Erstellung” aus

  • Schnelligkeit
  • Flexibilität
  • Dynamik
  • Vernetzung
  • Vertrauen
  • Selbstorganisation
  • Transparenz
  • Konsequenz
  • Zielerreichung

Schnelligkeit

Problematik: Tatsächlich finden sich auch heute noch Unternehmen wieder, welche die FMEA ohne nennenswerte Hilfsmittel zu dokumentieren versuchen; “über den Einsatz einer Software wolle man in Zukunft nachdenken”,
Ziel: In nahezu jedem anderen Bereich machen wir uns Gedanken, wie Prozesse und Abläufe beschleunigt und optimiert werden können, aber in einem Bereich, der Mitarbeiter tendenziell lange bindet und beschäftigt, versucht man immer noch ein Fleißbienchen zu verdienen indem man völlig erkenntnisfern Excel-Zellen im FMEA Formblatt hin- und herkopiert. Und das obwohl diverse mehr oder weniger praktische Softwarelösungen am Markt erhältlich sind, in jedem Fall aber immer eine enorme Zeitersparnis für die Nutzer bedeuten. FMEA Sprints dienen zur FMEA Vorbereitung und sind das Mittel der Wahl.

Flexibilität

Problematik: FMEA Moderationen werden akribisch geplant, was enorm viel Zeit kostet. Selbst der beste Plan übersteht nur selten die ersten Augenblicke der FMEA Moderation. Die Umstände haben sich geändert, die Teilnehmer und Wissensträger haben kurzfristig abgesagt, etc.
Ziel:
Durch erweiterte Verantwortung und eine veränderte Rollen- und Aufgabenverteilung können sich die Gruppen selbst und flexibel organisieren. Dies geschieht häufig schneller und effektiver. Das Thema Flexibilität wird an vielen anderen Stellen bereits ausreichend thematisiert und findet seine Berechtigung gleichwohl in der FMEA.

Dynamik

Problematik: In der Regel laufen FMEA Moderationen nach dem selben festen Schema ab, indem der FMEA Moderator nacheinander die Teammitglieder befragt und deren Input selbst im Formblatt weiterverarbeitet. Bei beispielsweise 6 Entwicklern, steht jedem Mitarbeiter lediglich eine sehr geringe Zeit zur Verfügung um Beiträge zu leisten; der Moderator wird jedem Einzelnen im FMEA Team nicht gerecht.
Ziel: Eine dynamische bzw. agile FMEA kann parallel auf mehreren Ebenen bearbeitet werden und jeder kann selbst die verabschiedeten Beiträge hinzufügen. Der Moderator steht auch weiterhin als Methodenspezialist für die tiefere Ursachenforschung zur Verfügung, nicht aber als Lektor für das FMEA Team.

Vernetzung

Problematik: Nach wie vor denken und handeln Unternehmen in Projekten und Budgets. Hierdurch entstehen oft Redundanzen, auch was die Verantwortlichkeiten betrifft. In den meisten Firmen aber entwickeln sich die Produkte und Prozesse jedoch ständig weiter, trotzdem wird durch die projektgetriebene Arbeitsweise das Rad dabei oft neu erfunden.
Ziel: Die konsequente Umsetzung von Agilität bedeutet eine vernetzte Zusammenarbeit anzustreben und Überschneidungen und Redundanzen zu vermeiden (bspw. durch Basis- und Varianten-FMEA).

Vertrauen

Problematik: Oftmals ist der FMEA Moderator der einzige, der ausführliche FMEA Kenntnisse hat und eine FMEA Software bedienen kann. Folglich kann und darf nur er Inhalte in die FMEA hinzufügen.
Ziel: Das Vertrauen und die Fähigkeit, die FMEA mit Elementen und fundiertem Wissen zu erweitern, sollte sämtlichen Mitarbeitern und Projektgruppen zugestanden werden. Sind die Mitarbeiter für die FMEA nicht befähigt, kann geschult werden. Verfügen diese nicht über ausreichendes Wissen, sind sie falsch im FMEA Team. Schenkt man Ihnen kein Vertrauen, sind diese im falschen Unternehmen…

Selbstorganisation

Problematik: Selbst langjährige Praktiker und FMEA Teammitglieder kommen oft unvorbereitet in FMEA Sitzungen mit einer Erwartungshaltung, erst dort würde man Ihnen erklären, welche Dokumentationen, Spezifikationen, Daten, etc. für die “neue” FMEA von Bedeutung wären.
Ziel: Das Fehlen von Unterlagen ist gleichwohl nervenaufreibend sowie zeitaufwendig, werden diese erst zur nächsten Sitzung zur Verfügung gestellt. Grundlegendes Wissen und verfügbare Daten sollten stets präsent sein um Wartezeiten zu vermeiden und seine eigene Beitragsfähigkeit zu optimieren.

Transparenz

Problematik: FMEA Teams betreiben häufig eine ungeliebte Geheimwissenschaft in abgeschotteten Besprechungsräumen, angeführt von Ihrem Moderator und Meister. Und wenn wir ehrlich sind, genau so finden wir das auch in Ordnung und werden hoffentlich nicht mit der FMEA konfrontiert und in diesen Zirkel hineingezogen…
Ziel: Der aktuelle Stand der FMEA ist für alle jederzeit live einsehbar und transparent. Der Fortschritt der FMEA ist also unmittelbar und für jeden nachvollziehbar und Beiträge des Einzelnen können jederzeit ergänzt werden. Voraussetzung hier ist jedoch eine allgemein geschulte Methodenkompetenz zur FMEA.

Konsequenz

Problematik: Ohne entsprechendes Konzept und eingesteuerte Strukturen durchläuft die FMEA immer wieder Wellenbewegungen von Phasen niedrigen Interesses zu Phasen von erhöhtem Interesse und dies immer nur dann, wenn ein Audit bevorsteht oder ein wichtiger Kunde um Einsichtnahme bittet.
Ziel: Die konsequente Umsetzung von Agilität bedeutet also in den meisten Fällen auch einen Wandel der Unternehmenskultur zur Erreichung der Unternehmens- und FMEA Ziele durch geplante und konsequente Arbeit mit der FMEA unter Ausnutzung ihrer wahren Stärke als entwicklungsbegleitende Methode und nicht lediglich als Methode zum fleißigen Ausfüllen von Formblättern.

Zielerreichung

Problematik: Manchmal hat man das Gefühl der FMEA Moderator fühlt sich für die FMEA Ergebnisse ganz alleine verantwortlich. Hinzu kommt noch, dass der Projektleiter eine FMEA ausschließlich für den Kunden und Auditor benötigt. Selbst nach vielen zähen FMEA Sitzungen / FMEA Moderationen, kennen viele Mitarbeiter den wahren Wert und die wahren Ergebnisse eine FMEA nicht.
Ziel: Das mit FMEA aufgebaute Unternehmenswissen, der aus agiler Produkt- und Prozessentwicklung gewonnene Wettbewerbsvorteil, ist ein immaterieller Vermögenswert des Unternehmens, der signifikant beiträgt, die FMEA- und Unternehmensziele zu erreichen.

Wie in vielen anderen Bereichen liegt die Wahrheit und das Optimum zwischen klassischem FMEA Ansatz und einer agilen Herangehensweise irgendwo dazwischen. Um es auf eine einfache Formel zu bringen und ein weiteres Modewort zu bemühen, sagen wir:

Agil + Klassisch  = Hybrid

Agile FMEA (FMEA Sprints) + Klassische FMEA Moderation = Hybrid FMEA

Ob es nun ein agiler Ansatz ist FMEA zu machen, oder eine hybride Mischform, in jedem Fall ist eine kooperative Herangehensweise, bei der jedes FMEA Teammitglied in eigener Verantwortung und eigenem Interesse die Erstellung der FMEA unterstützt und so den bestmöglichen Nutzen aus dieser Methode für das Projekt und das Unternehmen erzeugt, die für jeden Beteiligten vorzuziehende Alternative.

Klassiche FMEA Moderation

Eine Agile FMEA, die durch viele kleine FMEA Sprints entstanden ist , gilt es nun in der FMEA Moderation zu perfektionieren. Es nun ein leichtes Spiel zusammen mit FMEA Moderator und FMEA Team, das Ergenis zu prüfen und durch eine geführte FMEA Moderation die FMEA “Schritt für Schritt” zu erweitern , zu verbessern. Sind die Ursachen gefunden, nimmt man sich ausreichend Zeit die Maßnahmenanalyse durchzuführen, hier kann eine agile Herangehensweise Fehlern führen, das man Dinge falsch bewertet oder zu schnell als unwichtig/ nichtig erachtet.

Andre Kapust

FMEA Trainer & Mentor

1 Quelle: https://agile-unternehmen.de/was-ist-agil-definition/

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VDA QMC veröffentlicht neuen Sieben-Schritt-Ansatz für die FMEA nach VDA / AIAG

Nach intensiver, inhaltlicher Auseinandersetzung erscheint nun das neue, vereinheitlichte FMEA Handbuch nach VDA / AIAG zum 01. Juni 2019. Dieses FMEA Handbuch bildet den neuen Standard für die Umsetzung des FMEA Prozesses im Unternehmen und entspricht jetzt erstmalig sowohl den Forderungen von VDA als auch denen der AIAG.

“Die gemeinsamen Anforderungen und Erwartungen an die FMEA ermöglichen es den Lieferanten nun die Erstellung eines einheitlichen Prozesses zur FMEA der die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer jeweiligen Kunden erfüllt.” ist bei den Intentionen zur Vereinheitlichung im Whitepaper des VDA QMC nachzulesen.

Ausser den zum Teil bereits bekannten Verbesserungen und Standardisierungen der Bewertungstabellen, verfolgt das neue Handbuch einen neuen Sieben-Schritt-Ansatz in der FMEA.

Systemanalyse

1. Schritt: Planung und Vorbereitung

2. Schritt: Strukturanalyse

3. Schritt: Funktionsanalyse

Fehleranalyse und Risikoreduzierung

4. Schritt: Fehleranalyse

5. Schritt: Risikoanalyse

6. Schritt: Optimierung

Risiko Kommunikation

7. Schritt: Ergebnisdokumentation (neu)

Diagramm Sieben Schritt Ansatz der FMEA

Sämtliche neuen Inhalte und der Sieben-Schritt-Ansatz der FMEA sind bereits in unsere aktuellen Schulungskonzepte übernommen. Eine Auswahl der bei uns verfügbaren Schulungen zur FMEA, FMEA Moderation oder einem FMEA Update finden Sie hier.Diagramm der 7 Schritte der FMEA nach VDA / AIAG

Ausführliche Inhalte

Systemanalyse

 

Planung und Vorbereitung:

In diesen ersten Schritt gehören ein Projektplan sowie eine möglichst vollständige Projektbeschreibung; dabei werden Analysegrenzen festgelegt und bereits bestehende Basis-FMEAs berücksichtigt. Die wesentlichen Änderungen bestehen in der Überarbeitung der Kopfzeile des Formblatts sowie einer möglichst genauen Abgrenzung des Analyseumfangs.

Strukturanalyse:

Hier wird der Betrachtungsumfang dargestellt und eine Ausgangsbasis für die Funktionsanalyse geschaffen; Design-FMEA, Prozess-FMEA und Verantwortliche werden festgelegt. Als wichtige Änderungen fließen in diesem Schritt das Blockdiagramm zur Beschreibung der Design-FMEA ein, das Prozessablauf-Diagramm zur Beschreibung der Prozess-FMEA und der Strukturbaum zur Veranschaulichung der Zusammenarbeit zwischen Kunde und Lieferant.

Funktionsanalyse:

Wie bereits etabliert erfolgt hier eine Darstellung der Produkt- und Prozessfunktionen und der Zusammenhänge von Anforderungen und Funktionsmerkmalen als Ausgangsbasis für die Fehleranalyse. Geändert hat sich die Beschreibung mittels Parameter-Diagramm ebenso wie die Beschreibung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Entwicklungsteams.

Fehleranalyse und Risikoreduzierung

 

Fehleranalyse:

Als Ausgangsbasis für die Fehlerdokumentation im FMEA Formblatt und der Risikoanalyse wird eine Fehlerfolgenkette erstellt und die Zusammenarbeit zwischen Kunden und Hersteller in Fehlerfolgen dargestellt. Als Neuerung ist die Einführung eines Konzeptes des Fokuselements zu nennen, dieses zeigt verstärkt Zusammenhänge zwischen Design- und Prozess-FMEA und die Zusammenarbeit zwischen Kunde und Lieferant.

Risikoanalyse:

Die Risikoanalyse umfasst die Beschreibung und Bewertung von vorhandenen und/oder geplanten Maßnahmen (Entdeckung, Vermeidung) und die Bestimmung der Aufgabenprioritäten (AP) als Ausgansbasis für eine Produkt- oder Prozessoptimierung. Eine der größten Veränderungen hielt hier Einzug mit der Überarbeitung der Bewertungstabellen für die Bedeutung (B), das Auftreten (A) und die Entdeckung (E) sowie eine Erweiterung der Prozess-FMEA um die Bedeutung mit Auswirkungen auf das eigene Werk, das belieferte Werk (falls bekannt) und den Endnutzer (falls bekannt). Ab sofort ersetzt die Aufgabenpriorität (AP) die  bisherige  Risikoprioritätszahl (RPZ).

Optimierung:

Wie gehabt sollen hier die notwendigen Maßnahmen zur Risikominimierung identifiziert werden, Verantwortlichkeiten und Termine für die Maßnahmenumsetzung festgelegt werden sowie die Umsetzung und Dokumentation der getroffenen Maßnahmen (einschließlich Bestätigung der Wirksamkeit), Zusammenarbeit zwischen FMEA-Team, Management, Kunden und Herstellern hinsichtlich der potentiellen Fehler, Schaffung einer Ausgangsbasis für die Verbesserung von Produkt- und/oder Prozessanforderungen und von Vermeidungs- und Entdeckungsmaßnahmen bestimmt werden. Einige der wesentlichen Änderungen sind eine detaillierte Darstellung der Optimierung, der Zusammenarbeit zwischen FMEA-Team, Management, Kunden und Lieferanten.

Risiko Kommunikation

 

Ergebnisdokumentation:

Als neuer Punkt Sieben der FMEA findet hier eine Auseinandersetzung und Dokumantation der durchgeführten Maßnahmen zur Risikoreduzierung und deren Wirksamkeit (Wirksamkeitsbewertung) statt. Neu hinzugekommen ist somit eine Zusammenfassung der Ergebnisse und des Umfangs der FMEA in Form eines Berichts sowie Hinweise auf technische Fehlerrisiken als Bestandteile des Entwicklungsplans und der Projektmeilensteine.

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KVP Webseite in neuer Aufmachung

Verehrte Besucher unserer Webseite,

es freut uns mitteilen zu können, daß die Startseite von kvp.de endlich in neuem Gewand erscheint und unserer Philosophie entsprechend angepasst wurde.

Die vielen Möglichkeiten “besser” zu werden finden sich nun leicht zugänglich in den für uns wichtigsten Kategorien wieder. Unternehmen können sich kontinuierlich verbessern, durch:

  • Seminare und Schulung ihrer Mitarbeiter zum KVP
  • Methoden und Werkzeuge zur Ursachen- und Problemlösung
  • strategisches Vorgehen und zuvor definierte Ziele
  • Einsatz von Werkzeugen und Prinzipien des Lean Managements
  • Ausbau und Sensibilisierung von Soft Skills ihrer Mitarbeiter
  • den Einsatz von bestehenden modernen und innovativen Lösungen
  • Ideen aus theoretischen Vorträgen und Lernmaterialien

Zu jedem dieser Themenfelder sind wir Ihr kompetenter Partner und helfen Ihnen bei der Bewältigung von Transformationsprozessen und der Implementierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses in ihrem Unternehmen. Gerne unterstützen wir Sie durch Beratung, Potentialanalyse, Schulung oder auch ganz konkret durch Ursachenforschung und Problemlösung.

Haben Sie weitere Fragen oder Anregungen zur KVP Beratung?

Wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihr Vertrauen in unsere Dienstleistungen. Bitte kontaktieren Sie uns kostenlos und ganz unverbindlich über das Kontaktformular, wir besprechen mit Ihnen gerne alle Möglichkeiten zu diesem Thema und erstellen Ihnen bei Bedarf auch gerne ein ausführliches Angebot.

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