, ,

What three words – Welche drei Worte?

Eine völlig neue Art der Navigation ist auf dem Vormarsch und tatsächlich auch schon in Praxiseinsatz bewährt – what3words! Sie macht Orte auffindbar, die mit herkömmlichen Navigationssystemen nicht auffindbar sind, weil sie entweder keine Adresse haben oder einfach zu klein sind. Stellen Sie sich vor, man kann plötzlich als Navigationsziel einen bestimmten Messestand, einen Werks- oder Halleneingang oder sogar das eigene Badetuch am Schwimmsee benennen.

Wie funktioniert das?

what3words ist ein innovativer Ansatz zur Georeferenzierung von Standorten: über die gesamte Erdoberfläche wird ein Raster von 3 mal 3 Metern gelegt. Somit ist unsere Welt in ca. 57 Billionen kleiner Quadrate mit der Seitenlänge 3 Meter vollständig aufgeteilt; durch diese Rasterung werden auch Orte erfasst, die über keine konventionelle Adresse verfügen (Strasse, Hausnummer, PLZ, etc.) oder Adressen von großen Arealen werden auf ein 3 mal 3 Meter großes Feld konkretisiert (Wir treffen uns am Eiffelturm?!?). Jedes dieser Quadrate wird mit einer eindeutigen w3w-Adresse verknüpft, welche aus einer Kombination von drei einfachen Wörtern besteht.

w3w Adresse München

Kennen Sie den Biergarten am “Chinesischen Turm” in München? Die Parkanlagen des Englischen Gartens sind sehr weitläufig. Doch über dieses Navigationssystem lässt sich gar der Aufstellort eines einzelnen Tisches klar definieren.  So ist dann beispielsweise die w3w Adresse dieses bestimmten Tisches(!!!) dort die Wortkombination: “immer.endet.aufzüge”. Die Kombination ist stets eindeutig, da man für 57 Billionen Wortkombinationen lediglich ca. 40.000 verschiedener Worte benötigt. Nur zum Vergleich, der Deutsche Duden listet ca. 145.000 Wörter. Es gibt also genügend Ausdrücke, um jedem Ort einen eigenen Namen zu geben. Die Namen ergeben keinen Sinn und haben keinen Bezug zum ausgewählten Ort. Das System erlaubt zudem die Nutzung in der eigenen Muttersprache, ist somit auch größtenteils auf deutsch verfügbar.

Wofür braucht man so ein System?

Durch GPS und zahlreiche Navigations- und Karten-Apps schient unsere Welt ein ganzes Stück kleiner und überschaubarer geworden zu sein, zumindest ist die Weltkugel sehr präzise vermessen. Trotzdem können konventionelle Adressen eine äußerst unpräzise Angabe sein. Bedenken Sie z.B. die Situation von Paketzustellern, die trotz genauer Strassenadresse nicht immer den richtigen Werks- oder Lieferanteneingang finden können. Auch dürfen wir nicht von unserer wohlgeordneten Welt als Standard ausgehen; viele Orte auf der Welt sind nicht mit Strassennamen versehen oder diese kommen mehrfach vor, entlegene und kaum bevölkerte Gebiete sind überhaupt nicht verzeichnet, etc. Genau hier kommen die Stärken dieses einfachen Systems voll zur Geltung. what3words ist aber nicht dafür gedacht die konventionelle Navigation zu ersetzen, das System ist vielmehr dafür gedacht in Kombination mit Postleitzahlen, Strassenanamen und Hausnummern die Navigation zu vereinfachen und viel präziser zu gestalten. Weiterhin besteht auch ein Nachteil darin, daß man die Zieladresse, also die Wortkombination bereits kennen muss. Eine spontane Navigation mit drei Worten ist also noch nicht möglich.

Was sind die praktischen Anwendungsmöglichkeiten?

  • Bereits einige Staaten haben dieses System in Ihr Postwesen integriert, darunter Nigeria, Dschibuti, die Elfenbeinküste, die Mongolei, etc.
  • Speditionen verwenden das System um in weitläufigen Industriearealen die genauen Abladeorte zu bestimmen.
  • Das System hält Einzug in die Autonavigation und präzisiert dort die herkömmlichen Navigationssysteme.

Was denken Sie, könnten in Zukunft weitere praktische Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie sein? Könnten einzelne Palettenstellplätze einfach und präzise bestimmt werden? Baut man Großparkplätze entsprechend diesem Raster könnte eine präzise Stellplatznavigation das Auffinden von Fahrzeugen erleichtern? Wo wurde Baumaterial auf einer Großbaustelle genau abgeladen oder wo soll der Kranfahrer danach suchen? Schreiben Sie uns Ihre Ideen, gerne nehmen wir diese hier auf.

, , , ,

Download Methodenskript: Attribute Listing

Unter dem Motto: “Eine alte Methode, neu entdeckt!” freut es uns, Ihnen das bereits aus den 1930er Jahren bekannte “Attribute Listing” vorstellen zu dürfen. Die Methode folgt dem Prinzip der systematischen Variation und ist auch als modifizierte Morphologie bekannt. Die Anleitungen und Formulare sollen Ihnen eine Hilfestellung bei Ihrer täglichen Arbeit liefern und können selbstverständlich von Ihnen benutzt, verändert oder auch weiterentwickelt werden.

Definition

Das Attribute Listing wurde schon in den 30er Jahren von Robert Crawford (1933) beschrieben und steht in enger Verwandtschaft mit dem „Morphologischen Kasten“. Im Unterschied dazu, ist der Anwendungsbereich des Attribute Listing (auch modifizierte Morphologie genannt) viel enger und detaillierter gefasst. Hier wird durch systematisches Vorgehen versucht, ein vollständiges Bild von möglichen Produkt- und Prozessverbesserungen aufzuzeigen, indem alle Schlüsselattribute aufgelistet und einige davon signifikant verändert bzw. verbessert werden.

Methodenbeschreibung

Bei der Anwendung der Methode geht man von einem bereits bestehenden Produkt oder Prozess aus; es findet keine Neuentwicklung statt. Ein Produkt wird beispielsweise in seine wesentlichen Merkmale unterteilt und deren Charakteristika genauestens beschrieben. Zu jedem dieser Merkmale, jeder Ausprägung wird im Anschluss eine alternative Gestaltung oder Umsetzung gesucht. Belastbare Variationen können dann sogar zu einer Neukonzeption führen oder eignen sich um ein Produkt durch eine innovative Neuerung weiterhin interessant und attraktiv zu erhalten.

Methodeneinsatz 

Das Attribute Listing wird vorwiegend eingesetzt um einen Produkt-Lebenszyklus zu verlängern, indem das Produkt mit innovativen oder kundenfreundlichen Neuerungen ausgestattet wird, ohne dass es einer grundsätzlichen Neukonzeption bedarf. Attribute Listing kann auch beitragen, die Produktpalette oder das Dienstleistungsangebot systemnah zu erweitern um so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern zu erreichen. Die Einsatzmöglichkeit bei komplexen Prozessabläufen nimmt mit Zunahme der Komplexität allerdings deutlich ab. 

Ablauf 

– Festlegung des zu betrachtenden Produkts oder Prozesses (verbesserungsbedürftig, nicht zufriedenstellend, problembelastet, etc.).

– Auflistung sämtlicher Schlüsselattribute oder wesentlichen Merkmale  für das festgelegte Produkt / den festgelegten Prozess.

– Beschreibung des IST-Zustands aller Merkmale (Umsetzung, Ausführung, Material, Geometrie, etc.).

– Variation und/oder systematische Suche nach anderen Möglichkeiten der Merkmalsausprägung (Welche Alternativen gibt es?).

– Diskussion und Auswahl interessanter und belastbarer Varianten.

 

Beispiel

Wie können wir einen Kugelschreiber verbessern?

Attribut / Merkmal IST Zustand mögliche Alternativen / Varianten
 

Bauteile

 

 

Oberteil, Unterteil, Mine, Feder, Druckknopf und  Halteclip einzeln

 

Einteiliger Körper, nur von oben zu bestücken

 

Feder,  Mine und Druckknopf fest verbunden

 

Schreibmedium

 

 

Kugelschreibertinte

 

Füllertinte

 

Gel

 

Lack

 

Lebensmittelfarbe

 

Geometrie

 

 

Querschnitt rund, ca. 10 mm

 

Rund, 20 mm

 

Oval, 10 mm

 

Dreieckig

 

Quadratisch

 

Mechanismus

 

 

Mine wird durch Drücken des Druckknopfes herausgefahren

 

Schraub-mechanismus

 

Mine wird durch Erwärmen heraus-gefahren

 

Schütteln

 

Seitlicher Schiebe-mechanismus

 

Material

 

 

Oberteil und Unterteil aus Kunststoff

 

Aluminium

 

Kombination Alu / Kunststoff

 

Holz

 

Bambus

 

Verbindung

 

 

Schraubverschluss

 

Bajonettverschluss

 

Klickverschluss

 

Linksgewinde

 

Magnetverschluss

 

Besonderheiten

 

 

Halteclip aus Kunststoff

 

Clip aus Metall

 

Abdeckung

 

Beleuchtung

 

USB Port

 Vorteile

  • Verbindet intuitives und strukturiertes Arbeiten.
  • Darstellung sämtlicher Variationen ist sehr übersichtlich.
  • Liefert eine große Anzahl an Lösungsmöglichkeiten, Variationen und Kombinationen.
  • Probleme (in Produkten oder Prozessen) werden in Teilprobleme zerlegt und sind einfacher zu betrachten.
  • Sowohl als individueller Denkansatz als auch als Gruppenarbeit anwendbar.
  • Zur Weiterentwicklung gedacht, baut auf bereits bekannten Lösungsansätzen auf.
  • Nach Festlegung der Merkmale können auch Nicht-Fachleute Beiträge zur Ideenfindung leisten.

Nachteile

  • Gefahr von unüberschaubar vielen Kombinationsmöglichkeiten selbst bei relativ wenigen betrachteten Merkmalen / Attributen.
  • Zeitlicher Aufwand um mögliche Varianten zu identifizieren.
  • Systematische Vorgehensweise behindert kreative und intuitive Denkansätze.
  • Festlegung der zu betrachtenden Merkmale / Attribute ist kritischer Schritt, dieser erfordert hohen Kenntnisstand.

Anmerkung

Beispielsweise kann Attribute Listing auch erfolgreich im Marketing eingesetzt werden. Die Positionierung eines Produktes im Markt kann durch folgende verschiedene Faktoren beeinflusst werden:

Bestimmte Verwendungs- oder Gebrauchsart: Hochzeits-Torte, Wellness-Hotel, Ski-Ort,…

Produktvorzüge: besonders robust, dadurch geländetauglich; lösemittelfrei, dadurch Kindertauglich;…

Produktmerkmale: bio, organic, laktosefrei,…

Zielgruppe: Rennrad für Sportler, Kamera für Fotografen, Bohrmaschine für Handwerker,…

Mitbewerber: kompatibel zu Kunststoff-Stecksystem-Spielzeug (LEGO),…

 

, , , , ,

Effektivere Kommunikation durch “smartwatch”

Auf der Suche nach neuen innovativen und agilen Lösungen sind wir in Kontakt zu einem jungen Start-Up Unternehmen aus Stuttgart gekommen. Das Team um Michael Reutter und Benjamin Schaich von der aucobo GmbH hat sich eine angesagte Technologie aus dem Bereich Unterhaltung und Lifestyle vorgenommen und diese mit vielen praktischen und vor allem effektiven Funktionen neu konzipiert. Die “smartwatch” von aucobo stellt eine vorteilhafte Möglichkeit der Maschinenüberwachung und Verkürzung von Reaktionszeiten dar.

Neben dem Einsatz in Produktion, Logistik oder Wartung ergeben sich durchaus weitere denkbare Vorteile im praktischen Einsatz auch in vielen anderen Unternehmensbereichen. So gewährleistete der Einsatz von “smartwatches” einen hohen Grad an Eigenorganisation der Mitarbeiter und eine bedarfsgerechte Informationsverteilung (agile Produktion); wichtige Informationen werden klar und ohne Reizüberflutung sofort und mobil an die richtige Person übermittelt (kein Medienbruch). Ein nicht zu unterschätzender und wesentlicher Vorteil gegenüber anderen mobilen Lösungen ist die Tatsache, daß dabei die Hände zum Arbeiten frei bleiben!

Auf den ersten Blick ergeben sich schon zahlreiche Anwendungsfälle in der Praxis:

  • Maschinen informieren über Zustände, Fehlermeldungen sowie Aufgaben und ermöglichen Mehrmaschinenbedienung durch effektive Selbstorganisation in der Produktion (SMED).
  • Wartungs- und Instandhaltungsmeldungen erfoglen direkt vom ERP, von Maschinen oder Mitarbeitern und werden zuverlässig verteilt.
  • Erinnerung an Wartungsaufträge, etc.
  • Informationsverteilung für reaktive und geplante Instandhaltung nach Priorisierung (TPM).
  • Pickanweisungen und Liefermeldungen direkt aufs Handgelenk mit  Bestätigungs- und Rückmeldefunktionen; Abstimmung und Anfragen an die passenden Logistiker.
  • Dringende Logistikanfragen werden sofort erhalten.
  • Unmittelaber Rückmeldung und Korrektur von Fehlbeständen.
  • etc.

, , , ,

Ankündigung KVP Kongress 2019

Es freut uns Ihnen heute den KVP Kongress 2019 ankündigen zu dürfen. Von heute an in genau einem Jahr erleben Sie zwei Tage mit spannenden Vorträgen zu KVP, praxisnahen Workshops, Werksführungen durch das Audi Werk und vor allem gutem Essen

0Wochen0Tage0Stunden0Minuten0Sekunden

Vom 24.10. – 25.10.2019 findet eine der umfangreichsten und schönsten Veranstaltungen zum Thema KVP eneut im preisgekrönten Audi Forum in Neckarsulm statt.

Merken Sie schon jetzt den Termin in Ihrem Kalender vor und freuen Sie sich über viele Highlights und spannende Vortragsthemen, die wir Ihnen hier in den kommenden Wochen als Ankündigungen präsentieren werden.

Die Fakten:

  • Zu jedem Zeitslot 2 Kongressräume parallel!
  • Aussteller und Lösungsanbieter im Marktplatzbereich vor den Kongressräumen!
  • Themennahe Kompaktseminare am Vortag des Kongresses (23.10.2019).
  • Werksführung durch die Automobilfertigung unseres Gastgebers Audi!
  • Abendveranstaltung zum Kennenlernen und Netzwerken!
  • Unterlagen auch auf Tablet erhältlich!

Die Kosten:

  • € 929.- + MwSt. je Teilnehmer für die Teilnahme am KVP Kongress 2019!
  • € 999.- + MwSt. Kongress und Teilnahme an einem der Kompaktseminare am Vortag!
  • € 999.- + MwSt. Kongress, Kompaktseminar und die Unterlagen auf einem Tablet! (Achtung, Early Bird Angebot, gilt nur bis zum 31.07.2019, danach € 1.049.- + MwSt)

Die Links: (folgen in Kürze)

  • Kongressprogramm

  • Kongresshighlights

  • Kompaktseminare

  • Kongressanmeldung

  • Kongressstandort

, ,

Buchtipp: Moderation und Begleitung kontinuierlicher Verbesserung

Was muss ein KVP-Moderator eigentlich können? Er muss KVP-Methoden für das Lösen von Problemen beherrschen. Er muss Workshops vorbereiten, durchführen und nachbereiten können. Oft ist er auch politisch gefordert, sei es bei der Einführung von KVP in einem neuen Unternehmensbereich oder aber wenn es um die Nachweisbarkeit der mit KVP erzielten Erfolge geht. Ganz besonders steht und fällt sein Erfolg jedoch mit der Fähigkeit, sich auf alle Workshopteilnehmer individuell einstellen und so jeden Einzelnen passend in das Finden und Umsetzen von Verbesserungsmaßnahmen mit einbeziehen zu können. Für alle diese Anforderungen werden in diesem Buch Hilfestellungen geboten.

Mit den Ausführungen wird deutlich, dass Unternehmen nicht nur eine Ansammlung von Güter- und Informationsströmen sind, sondern ebenso soziale Systeme, in denen Änderungen unter professioneller Begleitung und mit Fingerspitzengefühl herbeigeführt werden wollen. Das Buch richtet sich an alle diejenigen, die KVP-Workshops in Büro- und Produktionsbereichen moderieren wollen, aber auch an diejenigen, die vor der Aufgabe stehen, KVP in ihrem Unternehmen oder in einer Tochtergesellschaft einzuführen.

*Werbelink zu Amazon.

, , , , ,

Verbesserungs- vorschläge prämieren?

Beschäftigen sich Unternehmen mit KVP ist häufig eine der ersten getroffenen Maßnahmen die Einführung eins betrieblichen Vorschlagswesens (BVW). Als naheliegende Ausprägung eines gewünschten Verbesserungsprozesses ist per se dagegen auch nichts einzuwenden, die Unterschiede zwischen der “kleinen” Lösung und der großen KVP Inititaive liegen offen auf der Hand. Beim Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) ist die Ideenfindung relativ stark strukturiert: Die Mitarbeiter arbeiten in Teams, die durch eine Teamleitung moderiert werden. Die einzelnen Schritte und Abläufe folgen einem bestimmten Muster (PDCA). Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) dagegen zeichnet sich durch spontane Ideenfindung aus. Ein klassisches Beispiel, daß i.d.R. auch immer als eine der ersten Maßnahmen umgesetzt wird, ist der Ideenbriefkasten, in den Mitarbeiter jederzeit Verbesserungsvorschläge zu jeglichen Aspekten des Unternehmens einwerfen können. Typischerweise werden gute Vorschläge mit Sach- oder Geldprämien belohnt. Und genau hier scheiden sich auch schon die Geister:

Prämierung, ja oder nein?

Oft wird uns die Frage gestellt, ob im Rahmen des BVW die Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern in irgendeiner Form überhaupt prämiert werden sollen? Und wenn ja, wie hoch soll eine Prämie ausfallen? Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es sicher nicht und die offen zutage tretenden Meinungen decken hier das gesammte Spektrum ab. Es finden sich in der Praxis zahlreiche Verfahrensweisen, von überpositiven Standpunkten, bei denen jeder ernstgemeinte Vorschlag, wenn auch nur symbolisch, bereits direkt prämiert oder zumindest am Jahresende im Losverfahren berücksichtigt wird, bis hin zu einer strikten Verweigerungshaltung, bei der Unternehmen eine Belohnung gänzlich verweigern mit dem Hinweis, die Mitarbeiter würden ja bereits für das Mitdenken ordentlich bezahlt. Hier muss jeder Unternehmer und jede Betriebsführung ihren eigenen Standpunkt finden und mit deutlichen Argumenten festigen. Viel entscheidender für die Beantwortung der oben gestellten Frage ist jedoch ein anderer wichtiger Aspekt: wie sehr steht die Führungsebene hinter dieser Maßnahme und wieviel Potential wird den Ideen der Mitarbeiter zugetraut? Dafür gilt es die Vor- und Nachteile eines BVW abzuwägen:

Vorteile des BVW:

  1. Motivation der Mitarbeiter, diese können mit Ihren Ideen aktiv Veränderungsprozesse im Unternehmen anregen und ihren eigenen Arbeitsplatz mitgestalten.
  2. Nutzung wichtiger Ressourcen der Mitarbeiter bei geringen Kosten, diese sind die absoluten Fachleute in ihrem Arbeitsbereich und kennen die Probleme genau.
  3. Kreatives Potential aller Mitarbeiter wird genutzt und nicht nur die dafür eingesetzten Entwicklerteams.
  4. Methoden und Maßnahmen zum BVW (zum Beispiel ein Wettbewerb) sind firmenintern sehr einfach und ohne großen Aufwand bekannt zu machen, häufig genügt eine Email an alle Mitarbeiter.
  5. Wenn Gruppen über ihre Ideen diskutieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten, wird der Zusammenhalt im Unternehmen gefördert.
  6. Die Bindung und Treue ans Unternehmen wird gestärkt. Denn durch betriebliches Vorschlagswesen bekommen Angestellte das Gefühl, direkt zum Erfolg des Unternehmens beizutragen. Zudem fühlen sie, dass sie ein wichtiger Teil eines großen Ganzen sind.

Nachteile des BVW:

  1. Mitarbeiter sind vorgeprägt von den bisherigen Abläufen und Vorstellungen eines Unternehmens, betreibsblind. Wirklich kreativ und innovativ zu denken, ist für sie viel schwieriger als für Außenstehende.
  2. Beim Betrieblichen Vorschlagswesen bringen weniger Menschen ihre Ideen ein als bei offenen und geführten Innovationsinitiativen.
  3. Externe Perspektiven, wie etwa die Sichtweise der Kunden, können durch BVW nur indirekt berücksichtigt werden.
  4. Da sicher nicht alle Ideen wirklich umgesetzt werden können, kommt es zwangsläufig zu Enttäuschungen.
  5. Ein funktionaler Bewertungs- und Umsetzungsprozess muss etabliert und auch fehlerfrei durchgeführt werden.

Entscheidet man sich ob der Vor- und Nachteile eines BVW für dessen Einführung im Unternehmen, muss man ehrlicherweise auch die Frage stellen, ob die Aussicht auf eine Prämie die Beteiligung der Mitarbeiter am Vorschlagswesen erhöht oder ob die Verweigerung der Prämie das Vorschlagswesen nicht schon im Keim erstickt? Nicht zu vergessen gibt es rechtlich gesehen unter bestimmten Bedingungen sogar einen Anspruch auf eine Prämie, wenn der Vorschlag auch tatsächlich umgesetzt wird. Aus der Praxis lässt sich berichten, daß bei allen gut funktionierenden betrieblichen Vorschlagswesen auch eine differenzierte Prämienregelung im Hintergrund besteht. Man darf sich der herrschenden Meinung nicht verschließen, Geld sei einer der schlechtesten Motivationsfaktoren überhaupt. Allerdings gebe ich immer gerne zu bedenken, daß durchschnittlich über 75% aller Verbesserungsvorschläge aus der Produktion kommen. Lässt sich also bei einem Entwicklungsingenieur noch darüber streiten, ob Verbesserung nicht zu seiner Stellenbeschreibung dazugehört, so ist in einem viel niedrigeren Lohnbereich auch schon eine kleine finazielle zuwendung seitens des Arbeitgebers, eine große und spürbare Geste. Viel wichtiger jedoch als die Prämiendiskussion ist die Etablierung eines gut durchdachten Ablaufs und Bewertungsprozesses; hier können kapitale Fehler gemacht werden, die sämtliche Bemühungen zum Scheitern verurteilen.

Ablauf und Bewertungsprozess

Den verantwortlichen Führungskräften muss von Anfang an klar sein, daß der Bereich des betrieblichen Vorschlagswesens ebenfalls ein ernormes Potential in sich birgt um unverzeiliche Fehler zu begehen und somit die Motivation der Mitarbeiter gänzlich zunichte zu machen. Nichts ist frustrierender und enttäuschender, wenn die eigenen Ideen und Verbesserungsbemühungen nicht anerkannt werden, durch fadenscheinige Erklärungen abgelehnt werden oder ewig in Bewertungsdiskussionen ohne Entscheidung verharren. Hier gilt es sofort einen Prozess festzulegen, der mäglichst folgenden Grundsätzen entspricht:

Grundsätze des Bewertungsprozesses:

  1. Einfacher Zugang für alle Mitarbeiter
  2. Schnelle Bearbeitung und offene Kommunikatioen
  3. Faire Bewertung der eingereichten Ideen
  4. Transparente Prämienregelung
  5. Anerkennung und Honorierung auch über die finanzielle Zuwendung hinaus
  6. Etablierung einer wohlwollenden Verbesserungskultur

Wird ein “Verbesserungsvorschlagswesen” unter Einhaltung der o.g. Kriterien durchgeführt, so kann dies dauerhaft und nachhaltig zu großen Erfolgen führen. Die Mitarbeiter dürfen selbstverständlich nicht unter Druck gesetzt werden oder für schlechte Vorschläge gemaßregelt oder kritisiert werden. Nur so lässt sich eine hohe Beteiligung und Motivation einer breiten Schicht der Mitarbeiter dauerhaft sicherstellen. Allerdings zeichnet die Situation in der Praxis oftmals ein ganz anderes Bild auf! Häufig fehlt es schon von Beginn an an festgelegten Bewertungsprozessen, es sind keine Zuständigkeiten festgelegt, eine offene Kommunikation findet nicht statt. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine bahnbrechende Idee und wollen “ihr” Unternehmen damit weit nach vorne bringen, reichen voller Vorfreude Ihren Verbesserungsvorschlag ein und warten nun ab, was passiert. Lange Zeit erst einmal überhaupt nichts! Niemand weiß bescheid, niemand ist zuständig, der Meister kritisiert sogar offen Ihren Vorschlag. Auf wiederholtes Nachfragen erhalten Sie dann eine Ablehnung mit einer Begründung, die weder Sie noch Ihre Kollegen nachvollziehen können. Dank oder gar eine Prämie erhalten Sie nicht, dafür wird “Ihre” Idee wenige Monate später durch das Unternehmen “von oben” eingeführt. Diese Abläufe garantieren, daß mit absoluter Sicherheit keiner der Mitarbeiter im Unternehmen sich mehr Gedanken zu irgendwelchen Verbesserungen machen wird!

Fazit

Die Ideen der Mitarbeiter sind eine wertvolle Ressource, die es nicht zu verschwenden gilt! In jedem anderen Bereich machen wir uns Gedanken über Verschwendung, ob Wege zu weit sind oder zu oft gegangen werden, ob Materialüberschuss herrscht, ob Suchzeiten zu lang sind oder ob alle Arbeitsplätze aufgeräumt und nach 5S Kriterien aufgestellt sind. Ein immer wichtiger werdender Bereich der humanen Ressourcen fristet dabei in vielen Unternehmen leider immer noch ein stiefmütterliches Dasein im Abseitz. Eine bessere, loyalere und kostengünstigere Konglomeration von geballter Fachkompetenz als das eigene hochspezialisierte Team aus eben jener Abteilung ist kaum zu finden und wenn doch, ist dieses externe Fachwissen teuer einzukaufen. Wollen wir ein funktionierendes Vorschlagswesen, so wird man unmöglich an einem funktionierenden Bewertungsprozess sicher aber auch nicht an einem angemessenen Prämienmodell vorbei kommen. Viele Unternehmen halten die Zahlung von Prämien für Verbesserungsvorschläge für falsch. Um eine Verbesserungskultur zu etablieren ist es wichtig, das Einbringen von Vorschlägen zur Selbstverständlichkeit, zur Verbesserungskultur zu machen und daher nicht zu prämieren. Betrachtet man allerdings von wo die meisten Vorschläge kommen, so wird man dem einfachen Werker in der Produktion eine angemessene Belohnung kaum verweigern können. Dabei ist festzuhalten, dass die Anerkennung und Wertschätzung der Leistung oftmals sogar wichtiger ist als materielle Belohnungen.

Argumente für eine Prämienregelung:
  • Motivation der Mitarbeiter
  • Faire Behandlung der Mitarbeiter
  • Mitarbeiter machen sich auch Gedanken über Probleme, die nicht zu Ihren Kernaufgaben gehören
  • Ausdruck der Wertschätzung des Unternehmens
  • Beteiligung an der Einsparung
Argumente gegen eine Prämienregelung:
  • Steht der Etablierung einer Verbesserungskultur entgegen
  • Wird von Mitarbeitern erwartet, ist Bestandteil von Stellenbeschreibung und Arbeitsvertrag
Ausgestaltung der Prämienregelung:
  • Geldleistungen je nach Verbesserungsvorschlag
  • Gutscheine (Tankstelle, Amazon, Restaurant,…)
  • Losverfahren und/oder Tombola am Jahresende
  • keine Prämie, dafür werden aber alle Vorschläge sofort umgesetzt und geprüft
  • Beteiligung an der Einsparung
Ablauf und Bewertungsprozess:
  • Ideenbriefkasten, Intranet, Software, Tools zum Ideenmanagement,…
  • Festes Bewertungsgremium
  • Bewertungsgremium je nach Fachbereich
  • Bewertung nach Kriterien, wie z. B. die Kreativität der Idee, der Umsetzungsgrad des Vorschlags und die Nähe zum Aufgabengebiet des Einreichers

 

Wie ist Ihre Meinung zum betrieblichen Vorschlagswesen? Haben Sie andere Erfahrungen, Anregungen, Kommentare? Schreiben Sie uns, gerne erweitern wir diesen Beitrag durch Ihre Beispiele.

, , , , , ,

FMEA Kongress Spezial: Six-Sigma White Belt Schulung

1.Six Sigma White Belt Schulung auf dem FMEA Kongress

Lernen Sie die statistischen und analytischen Werkzeuge von Six Sigma kennen und erhalten Sie einen kurzen Einblick im Umgang mit Six Sigma und Durchführung von Six Sigma Projekten.

Im Anschluss an den Six Sigma Workshop freuen wir uns, Ihnen den Titel „Six Sigma White Belt“ verleihen zu dürfen!

In diesem Vortrag vermitteln wir ihnen einen kurzen Überblick über die Managementmethode Six Sigma und versuchen praxisnah aufzuzeigen, welche Aufgaben Six Sigma hat und was das „richtige“ Six Sigma Projekt ausmacht. Dieser Six Sigma Kurzvortrag richtet sich alle, die einen kurzen Überblick über die Methode benötigen und deren Arbeitsweise in Grundzügen verstehen wollen.

Mehr Infos finden Sie in unserem FMEA Kongress Programm unter: https://www.kvp.de/fmea-kongress/programm/

Den Programmablauf und Anmeldetails des KVP Kongresses finden Sie auf der Website der KVP Institut GmbH www.kvp.de.

, , , , , ,

KVP Kongress Spezial: Six-Sigma Champion & Six-Sigma White Belt

1.Six Sigma White Belt Schulung auf dem KVP Kongress

Lernen Sie die statistischen und analytischen Werkzeuge von Six Sigma kennen und erhalten Sie einen kurzen Einblick im Umgang mit Six Sigma und Durchführung von Six Sigma Projekten.

Im Anschluss an den Six Sigma Workshop freuen wir uns, Ihnen den Titel „Six Sigma White Belt“ verleihen zu dürfen!

2.Six Sigma Championstraining / Six Sigma für Führungskräfte

Der Six Sigma Champion oder auch Six Sigma Sponsor genannt ist üblicherweise ein Mitglied des mittleren oder oberen Managements im Unternehmen. Seine Aufgaben sind einerseits Six Sigma Projekte zu beauftragen, deren Umsetzung zielführend zu unterstützen und den Projektablauf zu steuern. Damit wirkt der Six Sigma Champion als Motor und Führsprecher für Six Sigma im Unternehmen. Die Rolle des Six Sigma Champions ist von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Projekte als auch von Six Sigma Transformationen.

Für diese Rolle ist ein fundierter Überblick über die Six Sigma Methode und deren Vorgehen unerlässlich. In diesem Vortrag vermitteln wir ihnen einen kurzen Überblick über die Managementmethode Six Sigma und versuchen praxisnah aufzuzeigen, welche Aufgaben der Six Sigma Champion wahrnehmen muss um das „richtige“ Six Sigma Projekt auszuwählen und erfolgreich umzusetzen. Dieser Six Sigma Kurzvortrag richtet sich auch insbesondere an Führungskräfte und Vorgesetzte, die einen kurzen Überblick über die Methode benötigen und deren Arbeitsweise in Grundzügen verstehen wollen.

Vortragsinhalt sind Auszüge aus unserem Six Sigma Championstraining:

Der Six Sigma Champion (auch Six Sigma Sponsor genannt) hat die Verantwortung dafür, das Wissen über Six Sigma im Unternehmen zu verbreiten. Er erstellt Pläne, wie Six Sigma erfolgreich im Unternehmen umgesetzt wird und nimmt eine Führungsrolle bei Six Sigma Verbesserungsprojekten wahr. Der Sponsor wählt die zu bearbeitenden Six Sigma Projekte für das Unternehmen aus und überwacht diese ständig. Six Sigma Champions sind in der Regel im mittleren Management oder in der Geschäftsführung angesiedelt.

Mehr Infos finden Sie in unserem KVP Kongress Programm unter: https://www.kvp.de/kvp-kongress/programm/

Den Programmablauf und Anmeldetails des KVP Kongresses finden Sie auf der Website der KVP Institut GmbH www.kvp.de.

, , , ,

Success Story: KVP-Prozess und Lean Management einführen mit 5-S

Hintergrund

Der Kunde stellt hochwertige Metalle, Pulver und Metalllegierungen her. Als Folge des intensiven Wettbewerbs sind trotz steigender Nachfrage die Preise unter Druck. Der Kunde möchte durch die Einführung von Lean-Management die Kosten senken, die Produktivität erhöhen und nachhaltig einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) im Unternehmen etablieren.

Kunde

Prozessindustrie

Branche

Metallverarbeitung

Aufgabenstellung

Vorgehensweise

  • Auswählen des Pilot-Bereichs
  • Zusammenstellen eines bereichsübergreifenden Teams
  • Einführungstraining Lean-Management und KVP-Core-Tools
  • 5S – Workshops im Pilotbereich
  • Themen-Workshops mit den KVP-Teams
  • Massnahmenumsetzung
  • Ergebnispräsentation
  • Lessons Learned

Ergebnis

  • Produktivitätsgewinn von 18% im Pilotbereich
  • Visuelles Management mit Kennzahlen-Tafeln
  • Organisatorische Verankerung der Lean- / KVP-Kultur im Unternehmen
  • Themenliste für folgende KVP-Workshops erarbeitet
  • Lean Roll-Out für weitere Unternehmensbereiche geplant

Fazit

Mitarbeiter und Unternehmensbereiche verhalten sich entsprechend der Verhaltensregeln, Unternehmensziele und der gewählen Kenngrößen. Weil sich die Marktsituation von einem Kunden- zu einem Anbietermarkt geändert hatte, wurde es in den Workshops sehr schnell klar, dass neben organisatorischen Massnahmen auch die Kennzahlen und Zielgrößen zur Steuerung der Prozesse angepasst werden mussten um gewünschten Produktivitätssteigerungen zu erreichen.

Projektleiter

Dr. Oliver Wagner