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Ethik im Wirtschaftsleben sorgt für kontinuierliche Verbesserung

Aspekte der Unternehmensethik am Beispiel des Familienunternehmens Hipp

Vortragsinhalt:

In einer Zeit, in der gesellschaftliche Veränderungen unter dem Schlagwort „Werteverfall“ diskutiert werden, sehen wir uns als Unternehmen, das bewusst in christlicher Tradition steht, verpflichtet, uns mit dem Thema „Unternehmensethik“ aktiv auseinanderzusetzen. Wir wollen damit dem heute häufig anzutreffenden Vorwurf, dass gerade die Welt der Wirtschaft und damit auch unser Unternehmen einen Verfall der gesellschaftlichen Ordnung vorantreibe, in überzeugender Form entgegentreten.

Daher führten wir im Hause HiPP ab dem 1. März 1999 ein Ethik-Management ein, das uns und all unseren Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten helfen soll, unser gemeinsames unternehmerisches Handeln reflektieren und unter moralischen Gesichtspunkten bejahen zu können. Aufgehängt ist unsere Vorstellung von Unternehmensethik dabei in wirtschaftsethischen Überlegungen, sie steht also nicht unabhängig im Raum:

Wie moralisch legitimiertes Verhalten von und in Unternehmen auszusehen hat, hängt vom ganzen Wirtschaftssystem ab, in dem das Unternehmen agiert. Ist diese Wirtschaftsordnung moralisch gerechtfertigt, so ist durch ihre Rahmenbedingungen für Unternehmen abschließend festgelegt, wie sie sich legitimer Weise zu verhalten haben. In diesem Zusammenhang erkennen wir die Rahmenordnung des bundesdeutschen und in Zukunft europäischen Wirtschaftssystems, die soziale Marktwirtschaft mit ihrem Funktionsmechanismus des sozial abgesicherten Wettbewerbs als moralisch Iegitimiert an.

Zu dieser Überzeugung kommen wir, weil diese Wirtschaftsordnung am Eigennutz orientiertes Verhalten von Unternehmern und Unternehmen durch den Wettbewerb und die Sozialgesetzgebung so einbindet, dass genau dieses Verhalten für alle Mitglieder in der Gesellschaft von Vorteil ist. Will ein Unternehmer nämlich langfristig erfolgreich sein, so muss er seinen Kunden Produkte bester Qualität zu niedrigsten Preisen anbieten und seine Mitarbeiter und Lieferanten fair behandeln und angemessen entlohnen. Der Achtung vor der Würde des Menschen und dem Wohlergehen aller wird auf diese Weise so effektiv wie möglich Rechnung getragen. Auf unternehmensethischer Ebene leitet sich daraus dann konsequenterweise für Unternehmen die moralische Verpflichtung ab, unseren Erfolg langfristig zu optimieren.

Um diese allgemeinen Gedanken von Unternehmensethik nun in der Praxis mit Leben zu erfüllen, haben wir eine Ethik-Management-Konzeption entwickelt, die sich aus den Bestandteilen, der Ethikerklärung und dem Ethik- Management-Programm, sowie einer Ethik-Charta zusammensetzt.

In der Ethik-Erklärung legen wir uns darauf fest, uns in Zukunft explizit Gedanken um Unternehmensethik im Sinne der obigen Erläuterungen zu machen. Das Ethik-Management- Programm hingegen schreibt die Verfahrensweisen vor, in denen wir Ethik-Management betreiben wollen, d.h. es reguliert genau, wer sich wann und wie diese Gedanken machen darf und muss. Die darin eingeführte Ethik-Kommission ist als das Organ vorgesehen, das sich mit allen Angelegenheiten des Ethik-Managements befasst und offen oder anonym gestellte Anträge zur Behandlung bestimmter Fragen nach festgelegten Verfahrensschritten behandelt.

Die Ethik-Charta schließlich ist die Sammlung aller von der im Ethik-Management-Programm vorgesehenen Regeln, die zur Orientierung des Handelns bei HiPP dienen sollen. Allerdings ist sie immer nur eine Momentaufnahme, denn sie wird von uns allen immerfort aktiv weiterentwickelt werden müssen, damit sie auch in Zukunft zur Handlungsorientierung dienen kann. Aus diesem Grund ist sie hier auch nicht mit abgedruckt. Eine jeweils aktuelle Fassung der Ethik-Charta ist aber allen Mitarbeitern immer in ihrer Nähe als Handbuch zugänglich sein, damit sie sich auf den neuesten Stand bringen können.

Dieses Ethik-Management führten wir in der Hoffnung ein, die Welt, in der wir leben, aktiv ein Stückchen so gestalten zu können, dass es die Welt wird, in der wir leben wollen! Jedoch wissen wir, dass dieses Projekt nur dann gelingen kann, wenn wir alle die in der Ethik-Charta nach den Vorschriften des Ethik-Management-Programms festgelegten Regeln verbindlich befolgen und stets an ihrer Verbesserung mitzuwirken bereit sind. Daher hoffen und bauen wir weiter für unsere Unternehmensethik auf ein allseitiges, aktives und kreatives Mitwirken.

Über den Referenten:

Lebenslauf von Professor Dr. Claus Hipp

Professor Dr. Claus Hipp ist 1938 in München geboren. Schon während des Jura-Studiums wurde er mit der Leitung eines landwirtschaftlichen Betriebs betraut, den er ganz auf ökologischen Landbau umstellte. Nach dem Tod des Vaters übernahm er mit 29 Jahren die väterliche Firma und baute die ökologische Idee seiner Eltern mehr und mehr aus. Unter seiner Führung entwickelte sich HiPP Babynahrung zu einer der bekanntesten Marken Deutschlands und zum Symbol für eine Wirtschaftsweise, die von ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit geprägt ist.

Name:

Dr. Claus Hipp, geb. 1938 in München, als zweites von sieben Kindern, r.k., verheiratet, 5 Kinder

Schulen:

Ludwigsgymnasium München (hum)

Jurastudium – Referendarexamen

Ausbildung an der staatl. anerkannten Malschule

Heinrich Kropp in München

Promotion Dr. jur.

Beruf:

Neben dem Studium ab 1960 mit der Leitung eines landwirtschaftlichen Betriebes betraut, der bis heute bewirtschaftet wird.

1963 Eintritt in die väterliche Firma, die Säuglingsnahrungsmittel herstellt.

Seit 1968, nach dem Tode des Vaters, persönlich haftender Gesellschafter der HiPP-Betriebe.

Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern

Ehrenpräsident der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer in Moskau

Ordentlicher Professor der Staatlichen Kunstakademie in Tiflis, Georgien

Professor an der Fakultät Betriebswirtschaft der Staatlichen Universität in Tiflis, Georgien

Honorarkonsul von Georgien für Bayern und Baden-Württemberg

Ehrenvorsitzender der Vereinigung der Deutschen Wirtschaft in Georgien.