Schritte im offenen Problemlösungsprozess
Das Modell beschreibt einen universellen Problemlösungszyklus, der aus den vier Stufen „Problemklärung“, „Ideenfindung“, „Ideenauswahl“ und „Entscheidung“ besteht.
Diese Vorgehensweise löst sich fast vollständig vom festen und starren Ablauf im CPS-Modell; vielmehr werden solange Zyklen durchlaufen, bis die vorgestellte Problem- oder Aufgabenstellung hinreichend gut gelöst wurde.
Jeder der durchgeführten Schritte hat spezifische Inputs und Outputs, die aufeinander aufbauend den Weg zur optimalen Lösung beschreiben. Durch diesen methodischen Ansatz können innovative und praktikable Lösungen entwickelt werden, die sowohl effektiv als auch effizient sind.
Dabei ist das offene Problemlösungsmodell aufgrund seines modularen Aufbaus äußerst vielseitig und flexibel einsetzbar und gibt gleichzeitig einen strukturierten Ablauf vor.
Da innerhalb jedes Schritts oder jeder Phase unterschiedliche Techniken zum Einsatz kommen können, ist dieser Problemlösungsprozess für jede Art der Problem- und Fragestellung einsetzbar.
Schritt 1: Aufgaben- und Problemklärung
In dieser Phase wird das Problem genau definiert und analysiert, d.h. der Kern des Problems muss konkret und für jeden Teilnehmer verständlich herausgearbeitet werden.
Es geht darum, das Problem vollständig zu verstehen und alle relevanten Informationen zu sammeln. Eine klare Problemdefinition ist entscheidend, um die weiteren Schritte effektiv durchführen zu können.
Mögliche Werkzeuge: Brainstorming, Mindmapping, 6W Problembeschreibungstechnik, Ishikawa etc.
Schritt 2: Ideenfindung (Divergentes Denken)
Anschließend werden möglichst viele verschiedene Ideen und Lösungsvorschläge gesammelt. Kreativität und Offenheit sind in dieser Phase besonders wichtig. Es werden keine Einschränkungen gemacht, alle Vorschläge sind willkommen, egal wie ungewöhnlich sie erscheinen mögen; es kommen Kreativitätstechniken zum Einsatz.
Beispiel: Du suchst nach Wegen, um den Energieverbrauch zu senken. Mögliche Ideen könnten sein: Solaranlagen installieren, energieeffiziente Geräte nutzen, besser isolieren, weniger Strom verbrauchen usw.
Mögliche Werkzeuge: Brainstorming, Analogiemethode, Poka Yoke etc.
Schritt 3: Ideenauswahl (Konvergentes Denken)
In dieser Phase werden die gesammelten Ideen bewertet und diejenigen ausgewählt, die am praktischsten und effektivsten sind. Man konzentriert sich auf die Ideen, die machbar, sinnvoll und wirtschaftlich sind. Die besten Vorschläge werden herausgefiltert und weiterverfolgt.
Die Auswahl der Ideen sollte dabei als mehrstufiger Prozess verstanden werden, bei dem Ideen zunächst strukturiert und anschließend mit Hilfe verschiedener Bewertungs- und Entscheidungstechniken priorisiert werden.
Beispiel: Aus den gesammelten Ideen wählst du die machbaren und effektiven aus, wie Solaranlagen installieren und energieeffiziente Geräte nutzen.
Werkzeuge: Matrixanalyse, Sammeln und Clustern, Eisenhower-Matrix etc.
Schritt 4: Entscheidung und Umsetzung
Nachdem die besten Ideen ausgewählt wurden, wird die Entscheidung getroffen, ein oder mehrere Lösungskonzepte weiter zu verfolgen und letztlich zu realisieren. Häufig wird dazu ein Plan erstellt und die notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung der Lösung festgelegt. Ziel ist es, eine praktikable und wirtschaftliche Lösung zu realisieren, die das ursprüngliche Problem effektiv löst.
Beispiel: Du entscheidest dich, Solaranlagen zu installieren und energieeffiziente Geräte zu kaufen. Du erstellst einen Umsetzungsplan und setzt die Maßnahmen in die Tat um.
Werkzeuge: SMART, 10-10-10 Methode, Pro & Contra etc.







Tihomir Milekovic
André Kapust
